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KOMMENTAR - Das Sportabzeichen ist Millionär - Walter Mirwald in der DOSB Presse

Das waren Sternstunden für den Breitensport und das Deutsche Sportabzeichen! Am Vormittag absolvierte Bundespräsident Horst Köhler mit seiner Ehefrau Eva-Luise im Berliner Olympiastadion wieder einmal die Bedingungen für das auch nach 96 Jahren immer noch begehrte Deutsche Sportabzeichen.

Einige Stunden, nachdem das Staatsoberhaupt, auch  Schirmherr des Deutschen Olympischen Sportbundes, als gutes Beispiel vorweg gelaufen und gesprungen ist, verkündete DOSB-Präsident Thomas Bach in der Hauptstadt die frohe Botschaft, auf die die Breitensportstrategen des deutschen Sports schon so lange gewartet haben: Erstmals haben im Jahr 2008 mehr als eine Millionen Menschen aus allen Generationen die Prüfungen für das Sportabzeichen mit Erfolg abgelegt. Das Sportabzeichen ist in den Kreis der Millionäre eingezogen.

Am darauf folgenden Tag gab dann das Mitglied des DOSB-Präsidialausschusses Breitensport/Sportentwicklung, Dr. Petra Tzschoppe, in Weimar den Startschuss zur Sportabzeichen-Tour 2009. Bis zum 24. Juli soll in zehn deutschen Städten – symbolisch für die vielen Städte und Gemeinden in unserem Lande – dazu aufgerufen werden, sich der Herausforderung „Deutsches Sportabzeichen“ zu stellen und die persönliche Fitness zu überprüfen. Mehr als zwei Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben sich in den vergangenen Jahren vorgenommen, in den fünf geforderten Bereichen Schwimmen, Springen, Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer die erforderlichen Leistungen zu erreichen.

Über die Hälfte ist noch gescheitert. Deshalb darf jeder, der nun zum „Club der Millionäre“ zählt, stolz sein. Häufig wurde vom „Olympia für Jedermann“ gesprochen. Und da ist etwas dran, denn wer die Bedingungen für das Sportabzeichen erfüllt hat, der gehört zur Breitensport-Elite der Nation.

Die Tatsache, dass das im Jahre 1913 von Carl Diem in Deutschland eingeführte Sportabzeichen in unserer schnelllebigen Zeit keine Plakette ist, die man so locker im Vorbeigehen ohne große Anstrengung erwerben kann, macht es um so wertvoller. Das wird auch durch den Ordensrang des Abzeichens unterstrichen. Hier wird nichts billig weggegeben oder gar verschenkt, hier gibt es kein Schnäppchen einzufangen. Vielmehr muss regelmäßig trainiert werden. Und dazu stehen in unseren mehr als 91.000 Vereinen qualifizierte Übungsleiterinnen und Übungsleiter mit ihren Angeboten bereit. Aber eine bedeutende Rolle spielen auch die Schulen. Immerhin sind drei Viertel der neuen „Millionäre“ Kinder und Jugendliche.

Der DOSB will sich nicht untätig im Glanz der Million sonnen. Im Gegenteil. Der Rekord spornt an. Das Profil des Sportordens soll weiter geschärft, modernisiert und sportmedizinisch überprüft werden. Die Million erfüllt mit Stolz, ist aber eine Herausforderung.

Denn die Zahl der Bewegungsmuffel ist noch viel zu groß.

Walter Mirwald in der DOSB Presse