• David Rudisha siegte am Freitag auch in Oslo.
    David Rudisha siegte am Freitag auch in Oslo. © Victah Sailer
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David Rudisha bricht Sebastian Coes Bislett-Rekord in Oslo - Diamond League-Serie

David Rudisha gewann am Freitagabend bei den Osloer Bislett Games eines der hochklassigsten 800-m-Duelle aller Zeiten. Der 21-jährige Kenianer stürmte bei dem Leichtathletik-Meeting, das zur Diamond League-Serie gehört, zu einer Jahresweltbestzeit von 1:42,04 Minuten.

Das ist die achtbeste je gelaufene Zeit über 800 m. David Rudisha, der seine eigene Bestmarke um lediglich drei Hundertstelsekunden verpasste, bezwang seinen ein Jahr jüngeren Herausforderer Abubaker Kaki (Sudan) in einem packenden Rennen. Kaki lief 1:42,23 Minuten und brach damit seinen eigenen Landesrekord. Nie zuvor wurde ein 800-m-Läufer mit einer derartigen Klassezeit nur Zweiter.

Zum ersten Mal in dieser Saison waren mit David Rudisha und Abubaker Kaki in Oslo jene beiden Läufer aufeinander getroffen, denen man zutraut, den 13 Jahre alten 800-m-Weltrekord des aus Kenia stammenden Dänen Wilson Kipketer (1:41,11 Minuten) zu brechen. David Rudisha hatte sich im vergangenen Jahr auf 1:42,01 Minuten gesteigert und zeigte in diesem Jahr bereits vor dem Rennen in Oslo hochklassige Form. Er ist der schnellste 800-m-Läufer seit Wilson Kipketer 1997.

Der aktuelle Hallen-Weltmeister Abubaker Kaki hatte in dieser Saison erst ein Freiluft-Rennen bestritten. Vor zwei Jahren überraschte Kaki in Oslo mit einem weiterhin aktuellen Junioren-Weltrekord von 1:42,69 Minuten. Schneller war zuvor in Oslo nur Sebastian Coe. Der Brite stellte 1979 mit 1:42,4 Minuten den nach wie vor einzigen 800-m-Weltrekord bei den Bislett-Games auf. Dieser Osloer Stadionrekord von Sebastian Coe fiel nun am Freitagabend nach 31 Jahren!

David Rudishas Trainingspartner Sammy Tangui war bei idealen Wettebedingungen im Bislett-Stadion der Tempomacher. Der Afrika-Rekordler Rudisha sortierte sich unmittelbar hinter ihm ein und als die 400-m-Marke nach sehr schnellen, knapp 49 Sekunden erreicht wurde, lag der Kenianer gut zwei Meter vor Kaki. Auf sich alleine gestellt, lief David Rudisha dann weiter ein hohes Tempo. Es schien, als könnte er den Vorsprung auf Kaki entscheidend vergrößern, doch in der letzten Kurve und eingangs der Zielgeraden holte der Sudanese noch einmal auf. Aber es war dann David Rudisha, der im Spurt wiederum zulegen konnte und diesen tollen Tempolauf von der Spitze weg gewann. Dritter wurde mit deutlichem Abstand der Pole Marcin Lewandowski in 1:44,56.

„Das Rennen war von Beginn an schnell. Aber ich wusste, dass ich trotzdem auch nach der 600-m-Marke noch in der Lage sein muss, auf das Tempo zu drücken“, sagte David Rudisha. „Ich denke jetzt nicht so sehr an den Weltrekord. Mein Ziel ist es zunächst, im Bereich von 1:42 Minuten konstanter zu werden.“ Gelingt ihm dies, dürfte es allerdings nur noch eine Frage der Zeit sein, wann der 800-m-Weltrekord fällt.

Hochklassige Ergebnisse gab es bei dem traditionell starken ,Läufer-Meeting’ von Oslo auch über zwei andere Langstrecken: Über 5.000 m setzte sich der Äthiopier Imane Merga nach einer Spurtentscheidung in 12:53,81 Minuten vor seinem Landsmann Tariku Bekele durch. Der jüngere Bruder des derzeit verletzten Doppel-Olympiasiegers und Doppel-Weltmeisters Kenenisa Bekele lief 12:53,97. Als Dritter stellte der frühere Kenianer Bernard Lagat (USA) mit 12:54,12 Minuten einen amerikanischen Kontinentalrekord auf. Sechster wurde sein Landsmann Chris Solinsky, der mit 12:56,66 ebenfalls ein hervorragendes Rennen lief und erstmals unter 13 Minuten blieb. Die bisherige Amerika-Bestmarke hatte Dathan Ritzenhein (USA) vor knapp einem Jahr in Zürich mit 12:56,27 Minuten aufgestellt.

Eine Jahresweltbestzeit feierten die Zuschauer über 3.000 m Hindernis der Frauen:
Hier siegte die Kenianerin Milcah Chemos Cheiywa in 9:12,66 Minuten vor ihren beiden Landsfrauen Gladys Jerotich Kipkemoi (9:16,21) und Lydia Jebet Rotich (9:18,03). Das Bislett-Meeting in Oslo ist seinem Ruf als Läufer-Mekka einmal gerecht geworden.

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