• Haile Gebrselassie wird in diesem Jahr seinen Titel in Berlin nicht verteidigen und statt dessen in New York starten. Das Zielfoto wird dann weniger imposant aussehen.
    Haile Gebrselassie wird in diesem Jahr seinen Titel in Berlin nicht verteidigen und statt dessen in New York starten. Das Zielfoto wird dann weniger imposant aussehen. © www.photorun.net
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Haile läuft New York statt Berlin - Mark Milde in der Situation auch eine neue Chance. So könnte es zum Beispiel endlich zum Start von Sammy Wanjiru kommen.

Haile Gebrselassie wird im Herbst nicht in Berlin sondern in New York Marathon laufen. Der Äthiopier verzichtet überraschend auf den Start beim deutschen World Marathon Majors (WMM)-Rennen, das er zuletzt viermal in Folge gewonnen hatte. Dabei hatte der 37-Jährige zwei Weltrekorde aufgestellt. 2008 rannte er 2:03:59 Stunden auf der schnellen Strecke.

Diese Bestmarke ist noch unübertroffen. Lange Zeit sah es danach aus, als wolle Haile Gebrselassie auch am 26. September 2010 wieder in Berlin starten.

Aufgrund der sehr flachen, schnellen Strecken waren in den letzten Jahren stets die Marathonrennen von Berlin und Dubai jene, bei denen Haile Gebrselassie ausschließlich über die klassische Distanz antrat. Die Entscheidung in New York am 7. November zu laufen, lässt auch einen Start in Dubai am 23. Januar 2011 aufgrund des kurzen Zeitabstandes eher nicht zu. Beide Läufe, Berlin und jener in den Vereinigten Arabischen Emiraten, hatten in den vergangenen Jahren ihre Rennen stets extrem auf Haile Gebrselassie zugeschnitten.

Für die Veranstalter in Berlin und Dubai könnte ein Marathon ohne Äthiopiens Superstar allerdings auch neue Chancen bieten. Denn es gibt inzwischen genügend Athleten, die in der Lage sein dürften, den Weltrekord von Haile Gebrselassie zu unterbieten und nur darauf warten, dass Veranstalter wie Berlin oder Dubai ihnen eine entsprechende Chance geben. Einer davon ist der Olympiasieger Sammy Wanjiru (Kenia), der bereits mehrfach erklärt hatte, in Berlin Haile Gebrselassies Weltrekord brechen zu wollen.

Seit Jahren hatten die Organisatoren des New York-Marathons versucht, Haile Gebrselassie zu einem Start beim größten Rennen über die klassische Distanz zu verpflichten. Obwohl bekannt ist, dass die Amerikaner mit deutlich höheren Gagen locken können, entschied sich der zweifache 10.000-m-Olympiasieger viermal hintereinander für das Rennen in Berlin.

Jetzt jedoch will er in New York laufen. „Alles ist groß in New York. Es ist eine große Stadt und der New York-Marathon ist ein großes Rennen. Ich will hier eine starke Leistung zeigen – dieses Jahr muss jenes sein, in dem ich in New York starte. Eines Tages wird mich jemand fragen, ,Hast du den New York-Marathon gewonnen?’ Wenn ich hier nicht gelaufen bin, fehlt ein Stück in meiner Karriere“, erklärte Haile Gebrselassie während einer Pressekonferenz in New York.

Ob ihm die wellige Strecke in ,Big Apple’ wirklich liegt, muss man abwarten. Bisher ist Haile Gebrselassie nur auf flachen, schnellen Kursen Marathon gelaufen: Berlin, Dubai, London, Amsterdam und Fukuoka. Das Projekt Weltrekord-Verbesserung hat Haile Gebrselassie mit seiner Entscheidung für New York für dieses Jahr zu den Akten gelegt. Denn derartige Ergebnisse sind in Manhattan nicht möglich. Bei seinem Freund und früheren Dauerrivalen Paul Tergat hat sich Haile Gebrselassie bereits erkundigt, wie man in New York am besten zum Erfolg kommt. Der Kenianer hatte das Spektakel 2005 gewonnen. „Er hat mir erklärt, dass ich geduldig sein muss. Mit einem gleichmäßigen Tempo kannst du in New York gewinnen, sagte er“, erzählte Haile Gebrselassie.

Mark Milde, der Race-Direktor des real,- Berlin-Marathons bestätigte, dass Haile Gebrselassie in diesem Jahr nicht in der deutschen Hauptstadt an den Start gehen wird. „Ich hätte ihn gerne wieder verpflichtet, denn Haile ist auch medial immer ein Erfolg“, sagte Mark Milde und fügte hinzu: „Ich glaube zudem weiterhin, dass Haile noch zumindest einen sehr guten Marathon laufen kann.“

Andererseits sieht Mark Milde in der Situation auch eine neue Chance. So könnte es zum Beispiel endlich zum Start von Sammy Wanjiru kommen. Der Kenianer hatte bereits nach seinem Olympiasieg 2008 in Peking angekündigt: „Jetzt will ich beim Berlin-Marathon Weltrekord laufen.“

Mark Milde ist mit dem Management des Kenianers im Kontakt. „Es steht aber noch nicht fest, ob er nach Berlin kommen wird oder nicht.“ Rotterdam-Sieger Patrick Makau Musyoki oder Boston- und Frankfurt-Gewinner Robert Kiprono Cheruiyot wären weitere Athleten, die für Berlin in Frage kommen könnten.

race-news-service.com