• Der Dornröschenschlaf geht weiter - Hierzulande fallen Crossläufer kaum auf - Kurt Ring
    Der Dornröschenschlaf geht weiter - Hierzulande fallen Crossläufer kaum auf - Kurt Ring © Victah Sailer
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Der Dornröschenschlaf geht weiter - Hierzulande fallen Crossläufer kaum auf - Kurt Ring

Da mag sich ein deutscher Sportwart Guenther Lohre, mit Bezug auf das Meetingsterben noch so rausreden, der „DLV sei letztendlich nur für seine nationalen Titelkämpfe zuständig“ – wobei die Deutschen Meisterschaften im Crosslauf durchaus in diese Sparte hineinfielen – im Grunde bringt man sich mit der Vernachlässigung seiner eigenen Basis selbst um.

Regensburg, März 2012 (orv) – Eigentlich ist leichtathletik.de das Sprachrohr des DLV für die Öffentlichkeitsarbeit. Eigentlich klappt das auch ganz gut, sofern die Leichtathletik im Stadion oder in der Halle stattfindet und in den Tagen vor der Hallen-WM erfährt man einiges über Sally Pearson, das äthiopische Laufaufgebot oder auch über das kleine Häuflein deutscher Athleten/Innen, die „in Istanbul den Bann brechen wollen“.
 
Von den gleichzeitig stattfindenden nationalen Titelkämpfen im Crosslaufen liest man hingegen nur eine dürre, wenig aussagekräftige Vorschau, im „Terminkalender“ wurde die Veranstaltung bis vier Wochen vorher gleich ganz vergessen und man musste tief hineinklicken in die offizielle DLV-Seite, um überhaupt die Ausschreibung zu finden. Eine offizielle Homepage dazu mit Streckenbeschreibung und den üblichen News gibt es sowieso nicht.

Dabei ist es um den deutschen Crosslauf gar nicht so schlecht bestellt. Bei den letzten Europameisterschaften im slowenischen Velenje holten unsere Läufer/Innen gleich viermal Edelmetall, eine Ausbeute, die sie vorher nie erreicht hatten. Im übrigen war diese Veranstaltung Werbung pur für’s Laufen im tiefen Geläuf, auch medial, wie sich die Fans via Livestream bestens überzeugen konnten. Das“deutsche“ Argument, es gäbe dafür keine Fans, kann nicht überzeugen. Hierzulande laufen Millionen wettkampfmäßig durch die Gegend, sieben bis siebzig Jahre und älter, die durchaus ihre Vorbilder suchen.  Man muss sie ihnen nur präsentieren.

Wer so wenig für sein eigenes Publikum tut, braucht sich nicht wundern, wenn es nicht kommt. Jeder Krämerladen scheint hier mehr Ahnung von PR zu haben, als jene, die für die Meisterschaften außerhalb der Stadien und Hallen zuständig sind.

Die Dinge sind jedenfalls nicht bis wenig geordnet in Sachen Crosslauf. Jene dringend zu erledigenden Angelegenheiten immer und fortan auf die alles tragenden Ausrichtervereine abzuwälzen, heißt, letztendlich sich ins eigene Bein zu schießen. Die vor allem finanziell aufwändige Situation der Präsentation von Leichtathletikveranstaltungen, gerade auch im Cross, kann nur in einer konzertierten Aktion, dirigiert vom Dachverband, wieder in Schwung gebracht werden.

Da mag sich ein deutscher Sportwart Guenther Lohre, mit Bezug auf das Meetingsterben noch so rausreden, der „DLV sei letztendlich nur für seine nationalen Titelkämpfe zuständig“ – wobei die Deutschen Meisterschaften im Crosslauf durchaus in diese Sparte hineinfielen – im Grunde bringt man sich mit der Vernachlässigung seiner eigenen Basis selbst um.

Letztendlich liegt wohl der Wurm im Management!

Wo ein höchst erfolgreicher Skiverband mit einem hauptamtlichen Sportdirektor Thomas Pfüller arbeiten kann, setzt man in der deutschen Leichtathletik immer noch auf rührige Ehrenamtliche, die immer irgendwie immer dem Puls der Sportwelt ein wenig hinterher hecheln.

 

Quelle: LG TELIS FINANZ Regensburg - Kurt Ring