• Günter Herburger hat am 6. April 2012 sein 80. Lebensjahr vollendet. Der Schriftsteller und Läufer ist auf beiden Feldern gleichsam zu Hause … in langen Texten und auf langen Strecken – mehr noch: Es gibt nicht viele deutschsprachige Schriftsteller der Gegenwart, deren Werk direkt mit sport-licher Aktivität in Verbindung gebracht wird: Günter Herburger ist so einer. Er gilt sogar als Erfinder und damit „Vater“ der literarischen Laufbewegung.
    Günter Herburger hat am 6. April 2012 sein 80. Lebensjahr vollendet. Der Schriftsteller und Läufer ist auf beiden Feldern gleichsam zu Hause … in langen Texten und auf langen Strecken – mehr noch: Es gibt nicht viele deutschsprachige Schriftsteller der Gegenwart, deren Werk direkt mit sport-licher Aktivität in Verbindung gebracht wird: Günter Herburger ist so einer. Er gilt sogar als Erfinder und damit „Vater“ der literarischen Laufbewegung. © Jörg Scheider
  • In Läuferkreisen weit verbreitet und von der Literaturkritik als ein „faszinierender Lebens-Lauf“ gewürdigt und hoch gelobt wurde seine Triologie mit den Bänden „Lauf und Wahn“ (Frankfurt 1988), „Traum und Bahn“ (München 1994) sowie „Schlaf und Strecke“ (München 2004).
    In Läuferkreisen weit verbreitet und von der Literaturkritik als ein „faszinierender Lebens-Lauf“ gewürdigt und hoch gelobt wurde seine Triologie mit den Bänden „Lauf und Wahn“ (Frankfurt 1988), „Traum und Bahn“ (München 1994) sowie „Schlaf und Strecke“ (München 2004). © A1 Verlag
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Schriftsteller und Langstreckenläufer Günter Herburger 80 Jahre alt - Prof. Dr. Detlef Kuhlmann gratuliert

Heute applaudiert die große Lauf- und Lesegemeinde um Günter Herburger noch einmal kräftig und schließt sich den zahlreichen Wünschen und Würdigungen zum 80. Geburtstag an.

Günter Herburger hat am 6. April 2012 sein 80. Lebensjahr vollendet. Der Schriftsteller und Läufer ist auf beiden Feldern gleichsam zu Hause … in langen Texten und auf langen Strecken – mehr noch: Es gibt nicht viele deutschsprachige Schriftsteller der Gegenwart, deren Werk direkt mit sport-licher Aktivität in Verbindung gebracht wird: Günter Herburger ist so einer. Er gilt sogar als Erfinder und damit „Vater“ der literarischen Laufbewegung.

Denn Herburger schreibt nicht über irgendeinen, sondern immerzu über seinen eigenen aktiv betriebenen Sport: Der in Isny im Allgäu geborene Herburger entwickelte sich in den 1980er Jahren zu einem passionierten Langstreckenläufer mit Distanzen auch über den Marathon hinaus und brachte es dabei immerhin auf eine respektable Bestzeit (damals noch ohne real-time-chip) von 3:04:42 Std. über die Distanz von 42,195 km bei einem Marathon in Berlin.

Seine Lauferfahrungen hat er seitdem in mehreren Büchern verarbeitet. In Läuferkreisen weit verbreitet und von der Literaturkritik als ein „faszinierender Lebens-Lauf“ gewürdigt und hoch gelobt wurde seine Triologie mit den Bänden „Lauf und Wahn“ (Frankfurt 1988), „Traum und Bahn“ (München 1994) sowie „Schlaf und Strecke“ (München 2004).

Herburger ist athletischer Dichter und dichtender Athlet zugleich. Er lebt und liebt die strukturelle Ähnlichkeit von Laufen und Schreiben mit langen Strecken auf der Straße und am Schreibtisch: „Ich habe festgestellt, dass ein Marathon etwa dieselbe Dramaturgie wie ein Roman beinhaltet: Aufbau, Krisen, Verwerfungen, ekstatisches Glück, dann auch Öde, Stumpfsinn“.

Beim allmorgendlichen Training im Englischen Garten in München hat er seine Poetik des Laufens entworfen. Dabei bewegt er sich schreibend und laufend durchaus auf dem schmalen Grat von Sein und Schein, von Fakten und Fiktionen – auch mit diesem „irren“ Ergebnis: „Am Himmelfahrtstag erschlug ich frühmorgens zum ersten Mal einen Hund, der ledig auf der Strecke umherschweifend, mich angegriffen hatte. Oder war es nur ein Wutausbruch am Schreibtisch gewesen?“.   

Das Werk von Günter Herburger umfasst mittlerweile über 50 Bücher, Hörspiele und Filmdrehbücher, darunter auch die bei Kindern sehr beliebten „Birnebücher“. Für sein Schaffen erhielt Herburger, der Sanskrit, Philosophie und Theaterwissenschaften studiert hat, mehrere Auszeichnungen, darunter 1991 den Peter-Huchel-Preis und zusammen mit Günter Wallraff 1979 den Gerrit-Engelke-Preis. Er ist Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland, gehörte einst zu der Gruppe 47 und gilt als Erzähler der Gruppe der sog. „Neuen Realisten“ zugehörig.

Der weit gereiste Herburger hat zuletzt viele Jahre in München gelebt. Von dort hat es ihn kürzlich wieder nach Berlin gezogen, ganz in die Nähe der einstigen „Dichtersiedlung“ in Friedenau, wo er in den 1960er Jahre schon einmal lebte.

Apropos Berlin:

Beim 25. Jubiläum des BERLIN-MARATHON im Jahre 1998 hatte Horst Milde, der damaligen Renndirektor, die großartige Idee, Günter Herburger als Festredner einzuladen. Diejenigen, die damals im Roten Rathaus beim Festakt dabei waren, werden sich immer noch an den Moment erinnern, als Herburger nach seiner kurzweiligen Rede und während das Publikum anhaltend applaudierte, einen Fotoapparat unter dem Rednerpult hervorkramte und damit die Beifall spendende Menge fotografierte.

Heute applaudiert die große Lauf- und Lesegemeinde um Günter Herburger noch einmal kräftig und schließt sich den zahlreichen Wünschen und Würdigungen zum 80. Geburtstag an.  

Prof. Dr. Detlef Kuhlmann
Ehrenamtlicher Ressortleiter Kultur beim BERLIN-MARATHON, dort auch: Begründer und Leiter des Literarischen Marathons, bei dem Günter Herburger zweimal zu Gast war