• Um den Kopf frei zu bekommen, geht Daniel Bahr (r.)  regelmäßig joggen - und läuft auch Marathon.
    Um den Kopf frei zu bekommen, geht Daniel Bahr (r.) regelmäßig joggen - und läuft auch Marathon. © BMG
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4 x wöchentlich Schulsport wäre die allerbeste Lösung! Nicht Griechenland, unsere Kinder sind Deutschlands Zukunft: 1 Milliarde für eine Schulsportsanierung - Ein Kommentar von Lothar Pöhlitz

Minister Bahr sagt Übergewicht bei Kindern den Kampf an​! Zwei Millionen übergewichtige Kindern!

Der Minister thematisierte in BILD am SONNTAG (29.7.2012):

 „In den letzten Jahren hat die Anzahl übergewichtiger Kinder stark zugenommen auf jetzt zwei Millionen. Wir dürfen diese Entwicklung doch nicht einfach hinnehmen. Kinder haben eine natürliche Freude an Bewegung. Bei ihnen anzufangen, lohnt sich."

                         Diese Bahr-Initiative kann man nur begrüßen, sie ist überfällig!

Als Ursache für viele Erkrankungen sieht Bahr auch zu wenig Sport und falsche Ernährung: „Wir haben festgestellt, dass es vier wesentliche Ursachen für Volkskrankheiten gibt: Das sind mangelnde Bewegung und falsche Ernährung, neben Alkohol- und Tabakkonsum. Sport kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und mancher Krebserkrankung senken. Und es gibt sogar Diabetiker, die durch den Sport auf ihre Medikamente verzichten können"

Er will eine bessere Zusammenarbeit von Schulen, Sportvereinen und Krankenkassen.

Er fordert: „Die Sportvereine müssen an Schulen und gerade in Problemvierteln verstärkt Jugendliche ansprechen. Und die Krankenkassen sollen die Gesundheitsförderung in Schulen noch stärker anbieten."​

  

                                                  W i d e r s p r u c h

  

Eine solche tolle Initiative kann man zwar begrüßen -  sicher wird sie auch von der Opposition unterstützt obwohl sie ja sonst gegen alles sind was Deutschlands Modernisierung zum Ziel hat. Man muß aber die Frage stellen dürfen: Wieso Herr Bahr ist es Aufgabe der Sportvereine und Krankenkassen für mehr Bewegung an den Schulen zu sorgen? Die Sportvereine sind doch bereits mangels Personal, Trainer und Finanzen mit ihren Aufgaben in den Regionen, Kreisen und Gemeinden überfordert und Krankenkassen sollen wohl die Versäumnisse der Vergangenheit, die Aufgaben bzw. Arbeit der zu wenigen Sportlehrer, der seit Jahren vernachlässigten Schulsportbedingungen und der fehlenden Sportstunden übernehmen?

Das geht doch in die falsche Richtung Herr Bahr - wieso überträgt man diese Aufgabe nicht einfach den Schulen, warum fällt ihnen im Zusammenhang mit mehr Bewegung unserer Kinder nicht die tägliche Sportstunde, oder eine 4 x wöchentliche Doppelsportstunde (weil bekanntlich von 90 Minuten aus organisatorischen Gründen höchstens 70 Minuten Bewegung übrigbleibt) ein?

Das bietet sich doch im Zusammenhang mit immer mehr Ganztagsschulen geradezu an! Wenn Geldmangel und Versäumnisse im letzten Jahrzehnt im reichen Deutschland die Gründe für solche Ideen sind, sollte man vielleicht erst einmal mit den Klassen 1 - 4 mit anschließender systematischer Fortsetzung beginnen? Natürlich weiß man dass dies eine nationale Riesenaufgabe wäre, die sicher nur über die Beförderung zur „Chefsache" und unter Mithilfe der ganzen Nation zu realisieren ist.

Für mehr leidenschaftliche, gut ausgebildete Sportlehrer und bessere Schulsportbedingungen, Sporthallen, Sportplätze, einer überfälligen Schulsportrenovierung würden viele Eltern - Ärzte - und natürlich die Mehrzahl der Kinder sicher begeistert stimmen, alle wissen mehr Sport bedeutet mehr Bewegung, mehr Gesundheit, mehr Leistungsfähigkeit.

In einer konzertierten Aktion „1 Milliarde weniger für Europa und die Welt, dafür 1 Milliarde für den Schulsport und die Zukunft unserer Kinder" könnte unsere Regierung endlich einmal ein echtes Zeichen auch für die Zukunft Deutschlands setzen - wir sind sicher dass  eine solch bedeutende Aktion unsere Kultusminister, alle Bundestagsabgeordneten, die Wirtschaft, die Ärzte, die Krankenkassen, die vielen Sportinstitute, die Sporthochschule Köln, Universitäten und auch die Eltern oder Großeltern unserer Kinder hilfreich begleiten würden.

Lothar Pöhlitz

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