• Snowrun in traumhafter Winterlandschaft von Arosa - Gelungener Spagat zwischen Leistungssport und Plausch
    Snowrun in traumhafter Winterlandschaft von Arosa - Gelungener Spagat zwischen Leistungssport und Plausch © wus-media - Wilfried Raatz
  • Leichte Schneefälle und leichte Minusgrade an den Vortagen sorgten für die ideale Schneeauflage und der strahlend blaue Himmel am Veranstaltungstag war zudem wie bestellt.
    Leichte Schneefälle und leichte Minusgrade an den Vortagen sorgten für die ideale Schneeauflage und der strahlend blaue Himmel am Veranstaltungstag war zudem wie bestellt. © wus-media - Wilfried Raatz
  • Der Wintersportort präsentierte sich in traumhafter Winterlandschaft und sollte für alle, gleichgültig ob Klasseathleten, ambitionierte Ausdauersportler, Gelegenheitsjogger oder -walker und Showgrößen, sie sollten durchweg auf ihre Kosten kommen.
    Der Wintersportort präsentierte sich in traumhafter Winterlandschaft und sollte für alle, gleichgültig ob Klasseathleten, ambitionierte Ausdauersportler, Gelegenheitsjogger oder -walker und Showgrößen, sie sollten durchweg auf ihre Kosten kommen. © wus-media - Wilfried Raatz
  • Hier der Halbmarathon, dort die über 19,2 km führende Crazy Distance mit dem Aufstieg zur Sattelhütte auf 2400 m Höhe oder die Kurzdistanzen über 6,3 und 12,0 Kilometer, die zum Teil auch gewalkt oder mit Schneeschuhen bewältigt werden konnten.
    Hier der Halbmarathon, dort die über 19,2 km führende Crazy Distance mit dem Aufstieg zur Sattelhütte auf 2400 m Höhe oder die Kurzdistanzen über 6,3 und 12,0 Kilometer, die zum Teil auch gewalkt oder mit Schneeschuhen bewältigt werden konnten. © wus-media - Wilfried Raatz
  • Angesichts dieser Rahmenbedingungen strahlen natürlich die zahlreichen Promis um die Wette. Die amtierende Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig und die Mister Schweiz der Jahre 2008 (Stephan Weiler), 2009 (André Reithebuch) und 2012 (Sandro Cavegn)
    Angesichts dieser Rahmenbedingungen strahlen natürlich die zahlreichen Promis um die Wette. Die amtierende Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig und die Mister Schweiz der Jahre 2008 (Stephan Weiler), 2009 (André Reithebuch) und 2012 (Sandro Cavegn) © wus-media - Wilfried Raatz
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Snowrun 2013 in traumhafter Winterlandschaft von Arosa - Gelungener Spagat zwischen Leistungssport und Plausch - Wilfried Raatz berichtet

Duathlon-Weltmeister Andy Sutz vor den Deutschen Timo Zeiler und Sven Weyer - 9. Auflage des Swiss Snow Walk & Run in Arosa

Swiss Snow Walk & Run in Arosa wegen anhaltender Schneefälle abgesagt – so oder ähnlich las sich der Super-GAU der Veranstalter im mondänen Wintersportort im Vorjahr. Über zwei Meter Neuschnee in kürzester Zeit hatte die beliebte Veranstaltung trotz aller Bemühungen unmöglich gemacht.

Doch dieses Szenarium ist Vergangenheit, die neunte Auflage wollten über 1000 Ausdauersportler erleben und brauchten ihre Reise nach Arosa keineswegs bereuen.

Denn der Wintersportort präsentierte sich in traumhafter Winterlandschaft und sollte für alle, gleichgültig ob Klasseathleten, ambitionierte Ausdauersportler, Gelegenheitsjogger oder -walker und Showgrößen, sie sollten durchweg auf ihre Kosten kommen. Spaß und Freude an der eigenen Leistung oder zumindest an der außergewöhnlich reizvollen Winterlandschaft. Leichte Schneefälle und leichte Minusgrade an den Vortagen sorgten für die ideale Schneeauflage und der strahlend blaue Himmel am Veranstaltungstag war zudem wie bestellt.

Alleine die dünne Eisschicht auf dem Obersee machte den Organisatoren um OK-Präsident Daniel Durrer einen Strich durch die Rechnung. Während die für den Folgetag angesetzten Pferderennen ausfallen mussten, wurde der Start- und Zielbereich des Snow Walk & Run auf dem Promenadenweg aufgebaut –angesichts der zuckerweiß bestäubten Nadelbäume geriet diese geringfügige Veränderung sogar zum optischen Vorteil.

Angesichts dieser Rahmenbedingungen strahlen natürlich die zahlreichen Promis um die Wette. Die schönsten Männer der Schweiz wetteiferten beim vorgeschalteten Fotoshooting mit der Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig mit smartem Lächeln um die Wette. Die Schweizer Sportlerin des Jahres hat übrigens ihre Wurzeln in der Leichtathletik, so wurde sie als U 20-Juniorin zweifache Vize-Europameisterin im Crosslaufen.

Doch das ist lange her, schließlich genießt die Züricherin ihren Ruhm ausschließlich durch ihre Triathlon-Leistungsfähigkeit. Im Mai erwartet sie mit ihrem Ehemann Reto Hug ihr erstes Kind – und zeigte sich dennoch lauffreudig auf schwerem Terrain.

Doch wegen ihrer Schwangerschaft („Ich laufe jeden Tag, allerdings mit Maßen“) ließ sie die wegen des Fehlens eines Streckenpostens von 6,3 auf 4,8 km verkürzten Short Distance etwas lockerer angehen. Das ungleiche Duell mit Stephan Weiler, dem Mister Schweiz 2008, gewann der Schönling sogar – und genoss seinen sportlichen „Erfolg“: „Es ist ein gutes Gefühl, vor einer Olympiasiegerin ins Ziel zu kommen!“ Mit Sandro Cavegn musste allerdings der aktuelle Mister Schweiz hingegen gegen Nicola Spirig eine Niederlage einstecken. Der frühere Fußball-Junioren-Nationalspieler musste allerdings nach einer Hüftoperation den Leistungssport aufgeben und hat sein Engagement mit Erfolg auf ein anderes Terrain verlegt.

In der Abteilung Leistungssport wurde mit weitaus größerem Ehrgeiz um die besten Plätze gerungen. Über die Halbmarathondistanz mit einer Höhendifferenz von 630 Metern wetteiferten der zweifache Duathlon-Powerman-Weltmeister Andy Sutz (Schweiz) und die beiden Deutschen Timo Zeiler und Sven Weyer um den Sieg. Der von Waldemar Cierpinski trainierte deutsche Marathon-Vizemeister von München (2012) bestimmte eher ungewollt auf den ersten Kilometern das Tempo. „Ich bin dabei noch mit angezogener Handbremse gelaufen“, gestand der Leipziger, der zuletzt 2011 bei den Cross-Europameisterschaften in Velenje (Slowenien) in der Nationalmannschaft gestartet war, aber hin und wieder auch im Berglauf anzutreffen ist. Wie bei den Titelkämpfen am Nebelhorn 2011.

An einer eher unübersichtlichen Stelle musste er allerdings auf seine Verfolger Timo Zeiler und Andy Sutz „warten“, geriet allerdings schon in der ersten Runde im Anstieg zum Kulminationspunkt Carmennahütte (2.135 m) ins Hintertreffen. „Ich hatte beim Einstieg in die Bergaufpassagen leichte Probleme, mit zunehmender Länge ist es zwar immer besser gelaufen. Aber letztlich musste sich doch abreißen lassen, die anderen waren zu stark!“ Eine gewisse Enttäuschung konnte der 26jährige Biologe allerdings nicht verhehlen.

Das reizvolle Duell zwischen Andy Sutz und Timo Zeiler entschied letztlich wie vor zwei Jahren der Schweizer, der sich in der intensiven Vorbereitungsphase auf die Duathlon-Saison bereits befindet, die bereits im April mit den Europameisterschaften in Holland einen ersten Höhepunkt hat.

„Andy ist mir bergab immer wieder weggelaufen“, musste der deutsche Berglaufmeister von der Schwäbischen Alb anerkennend zugeben. „In der zweiten Runde hatte ich noch bis zur Tschuggenhütte ein gutes Gefühl und auch in Führung gelegen, doch bergab konnte ich das hohe Tempo nicht mehr halten. Ich bin aber keineswegs enttäuscht, denn ich weiß, dass ich auf einem guten Weg bin“. 

Nach 1:28:39 Stunden war das Abenteuer in der herrlichen Winterlandschaft für Andy Sutz beendet, Timo Zeiler ließ es angesichts des klaren zweiten Platzes etwas „gemächlicher“ bergab laufen und hatte letztlich einen Rückstand von 2:13 Minuten. Eine weitere Minute zurück dann Sven Weyer, der immerhin so starke Bergläufer wie Ralf Birschmeier in Schach halten konnte.

Bei den Frauen wurde die Schweizer Favoritin Corinne Zeller zunächst wie viele andere LäuferInnen auch Opfer eines fehlenden Streckenpostens und passierte die bis dahin führende Britta Müller erst nach dem Wendepunkt an der Carvennahütte. „Corinne ist stärker wie ich, da brauche ich mir nichts vorzumachen“, gestand die 51jährige Schwarzwälderin aus Baiersbronn offen zu. „Es war hart, aber wunderschön“, freute sich die zu den weltbesten Mastersläuferinnen zählende Britta Müller, die mit der DLV-Frauenmannschaft bei den Langdistanz-Weltmeisterschaften beim Jungfrau-Marathon hinter Stefanie Wiesmair zweitbeste DLV-Läuferin war und in der Mannschaft als Vierte knapp eine Medaille verpasst hatte.

Sie war übrigens durch eine Reportage in deutschen Magazinen über den Swiss Snow Walk & Run vor zwei Jahren auf dieses Ereignis aufmerksam geworden. „Deshalb habe ich die Einladung des DLV zu diesem Anlass gerne wahrgenommen – und habe das Rennen wirklich genossen!“ Corinne Zeller bewältigte die Halbmarathondistanz in 1:48:59 Stunden, Britta Müller sorgte mit Rang zwei für einen weiteren Erfolg der kleinen deutschen Mannschaft.

Hier der Halbmarathon, dort die über 19,2 km führende Crazy Distance mit dem Aufstieg zur Sattelhütte auf 2400 m Höhe oder die Kurzdistanzen über 6,3 und 12,0 Kilometer, die zum Teil auch gewalkt oder mit Schneeschuhen bewältigt werden konnten. Dem Naturerlebnis sind hier kaum Grenzen gesetzt. Das sagten sich auch die Fußballer des FC Aarau, die mit der kompletten Bundesliga-Mannschaft die Konditionstrainings-einheit in Arosa absolvierten. Mit dabei auch der frühere Rad-Bahnweltmeister Bruno Risi, der mit seiner Frau Sandra die 12 km-Walkingstrecke absolvierte und vielen Teilnehmern des 9. Swiss Snow Walk & Run aus der Seele gesprochen haben dürfte: „Ein geniales Erlebnis!“

Insgesamt gingen 1.080 Läufer und Walker auf die unterschiedlichen Distanzen einer Veranstaltung, die im Ursprung als Walkingevent ins Leben gerufen wurde, inzwischen aber im Verhältnis von 60 zu 40 von Läufern dominiert wird. „Durch die Absage im vergangenen Jahr haben wir etliche Läufer verloren, aber durch gezielte Werbung neue hinzugewonnen, sodass die Beteiligung gleich groß geblieben ist. Und das ist für uns ein zufrieden stellendes Ergebnis“, so OK-Präsident Daniel Durrer.

Der Hotelier hat diesen Anlass zu einem interessanten Mix aus Breitensport, Showacts und Leistungssport entwickelt. „Unser Fokus liegt eindeutlich im Fun-Bereich, die Prominenten sind allerdings ein idealer Aufhänger und für das Medieninteresse wichtig!“

Für das Schweizer Fernsehen jedenfalls ein Grund, nach Arosa zu kommen. Die Veranstalter wussten keine Kosten zu scheuen, um einer Handvoll Journalisten sogar die Möglichkeit zu geben, das Startprocedere vom Helikopter aus verfolgen zu können. Herrliche Aufnahmen rund um den Obersee jedenfalls waren das überaus lohnende Resultat dieses doch sehr eisigen Einsatzes.  
 

   
Wilfried Raatz