• Starke Verärgerung in der deutschen Laufszene über die geplante DLV-Laufmaut ab 2016!
    Starke Verärgerung in der deutschen Laufszene über die geplante DLV-Laufmaut ab 2016! © German Road Races e.V. (GRR)
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Starke Verärgerung in der deutschen Laufszene über die geplante DLV-Laufmaut ab 2016!

GRR-Vorsitzender Horst Milde befürchtet Auswirkungen in und für die gesamte Laufszene - Ab 1. Januar 2016 fordert der Deutsche Leichtathletik-Verband von jedem Laufveranstalter für jeden Finisher 1 Euro Gebühr

Zu einer starken Verärgerung und Verbitterung unter den deutschen Laufveranstaltern hat die Haltung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) geführt, an der Einführung der ab 1. Januar 2016 beschlossenen Laufmaut von 1 Euro pro Finisher bei allen Laufwettbewerben festzuhalten.

Horst Milde, der Vorsitzende von German Road Races e.V. (GRR), spürt nach der starren Haltung der Leichtathletik-Funktionäre einen „Protestaufschrei" vor allem unter den mittleren und kleinen Laufveranstaltern, die ihre zum Teil Jahrzehnte lange Aufbauarbeit zerstört sehen und die getroffene Entscheidung als einen Affront gegen die vor allem ehrenamtlich arbeitenden Organisatoren in den Vereinen und Lauftreffs.

„Das wird Auswirkungen auf die gesamte Laufszene haben", befürchtet Milde, „die Haltung des DLV-Präsidiums und des DLV-Verbandsrates ist nicht nachvollziehbar. Das wird weitreichende Konsequenzen in und für die Laufszene haben!"

In der vom DLV am Rande der Deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe herausgegebenen Pressemitteilung wird der Protest der Laufveranstalter offensichtlich heruntergespielt. „Es wird dabei von ‚einigen Veranstaltern' gesprochen, mit deren Kritik sich der DLV in der Sitzung auseinandergesetzt habe.

Dies ist eindeutig falsch, denn viele Veranstalter haben sich öffentlich in den Medien, aber auch in Protestschreiben an ihre Landesverbände gegen die Laufmaut ausgesprochen", so Horst Milde, der in den 70er Jahren den Berlin-Marathon initiierte und in den Folgejahren zu einer weltweit führenden Veranstaltung entwickelte.

„Wenn dies nun auf einige wenige Veranstalter herunter gebrochen wird, dann ist dies ein fahrlässiger Umgang mit der inzwischen massiven Kritik. Beim DLV muss man vorsichtig sein, dass sich diese Kritik nicht zu einem Flächenbrand ausweitet und in eine allgemeine Verweigerungshaltung gegenüber dem DLV umschlägt!

German Road Races wird sich nun zusammen mit weiteren großen Laufveranstaltern über gemeinsame Aktivitäten gegenüber dem Verband abstimmen!"

Die Interessensvertretung der deutschen Läufe hatte in einem Gespräch beim Deutschen Leichtathletik-Verband in Darmstadt, aber auch in Schreiben an die Präsidenten der Landesverbände und die Mitglieder des Verbandsrates auf die starke Verärgerung der zumeist ehrenamtlichen Veranstalter und Vereine hingewiesen, die nicht willens seien, sich „dem Diktat des DLV" zu beugen.

GRR hatte es allerdings auch nicht versäumt, sowohl Vorschläge für die bei einer bundesweiten Vereinheitlichung der Gebührenordnung zu erwartenden Mehreinnahmen als auch Vorschläge zur Differenzierung und Reduzierung der Gebühren vor allem für kleine Veranstaltungen zu unterbreiten.

„Es kann nicht im Sinne der Leichtathletik und des Laufsports sein, wenn zahlreiche
Veranstalter den DLV verlassen, sich entweder anderen Verbänden anschließen, ihren Lauf nicht mehr anmelden - oder sogar einen eigenen Laufsportverband gründen", argumentiert Horst Milde als Vorsitzender von German Road Races weiter.

„Alle diese Szenarien sind denkbar, wenn der DLV nicht bereit ist, auf die Basis, sprich die Veranstalter, zuzugehen, die sich seit Jahrzehnten aufopferungsvoll für den Laufsport einsetzen und sich durch diese Willkürmaßnahmen nun abkassiert fühlen!"

German Road Races sieht die Existenz weniger bei den großen Laufveranstaltungen gefährdet, sondern vielmehr bei den vielen mittelgroßen und kleinen
Veranstaltungen, für die eine Abgabe von 1 Euro Existenz bedrohend ist.

„In vielen Gesprächen wurden wir immer wieder gefragt: Was tut der DLV eigentlich für uns Veranstalter? Eine Antwort haben wir auch nicht darauf. Denn es gibt nur eine - und diese heißt: Nichts!

Vor allem ist es ernüchternd, wie realitätsfremd der DLV in seiner Presseinformation Bereiche aufzählt, in die er investieren würde. Fakt ist vielmehr, dass die Vereine für Leistungen wie zum Beispiel die Streckenvermessung selbst bezahlen müssen!

Wenn der DLV nun die Solidarität der Laufveranstalter in Deutschland einfordert, das ist das schon mehr als unverschämt!"

Wilfried Raatz
German Road Races e.V. (GRR)
Presse/2. Vorsitzender

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