• Dr. Dr. med. Lutz Aderhold -  Wasser und Säure-Basen-Haushalt
    Dr. Dr. med. Lutz Aderhold - Wasser und Säure-Basen-Haushalt © privat
  • Aderhold L, Weigelt S. Laufen! … durchstarten und dabeibleiben – vom Einsteiger bis zum Ultraläufer. Stuttgart: Schattauer 2012.
    Aderhold L, Weigelt S. Laufen! … durchstarten und dabeibleiben – vom Einsteiger bis zum Ultraläufer. Stuttgart: Schattauer 2012. © Schattauer Verlag
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Wasser und Säure-Basen-Haushalt - Dr. Dr. med. Lutz Aderhold

Das in Mineralwasser enthaltene Hydrogenkarbont wirkt ebenfalls basisch. Auch wenn hierdurch Verbesserungen im Säuren-Basen-Gleichgewicht erzielt werden können, ist bisher ein Vorteil für die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit nicht bewiesen.

Wasser macht 50 – 65% des gesamten Körpergewichts aus und stellt damit den Hauptbestandteil des Körpers. Für alle im Organismus ablaufenden Stoffwechselprozesse ist Wasser unentbehrlich.

Online-Petition "Stoppt die DLV-Laufmaut"

Wasser:

   - ist das zentrale Milieu für biochemische Reaktionen,

   - dient als Lösungs- und Transportmittel,

   - stabilisiert unsere Zellmembranen und

 - reguliert den osmotischen Druck, den Säure-Basen-Haushalt und die Körpertemperatur.

Der Mensch benötigt täglich normalerweise 2 bis 3 Liter Wasser, bei körperlicher Beanspruchung wie z.B. durch Sport erhöht sich der Bedarf.

In Deutschland ist Leitungswasser das am stärksten kontrollierte Lebensmittel und als Trinkwasser absolut empfehlenswert. Die Qualität des Trinkwassers wird durch die deutsche Trinkwasserverordnung (TVO) geregelt. Hierin sind die zulässigen Grenzwerte und die Häufigkeit der durchzuführenden Messungen festgelegt.

Leitungswasser wird zu etwa 2/3 aus Grundwasser und zu 1/3 aus Oberflächenwasser (Seen, Talsperren, Flüsse) gewonnen. Je nach Herkunft und Zusammensetzung wird außerdem nach Tafelwasser, Quellwasser, Mineralwasser und Heilwasser unterschieden. Mineralwässer und Heilwässer benötigen als einziges Lebensmittel in Deutschland eine amtliche Anerkennung.

Die verschiedenen Begriffe, zulässige Höchstwerte für Inhaltsstoffe, Behandlung usw. sind in der Mineral- und Tafelwasserverordnung festgelegt. Während bei der Trinkwasseraufbereitung erheblich eingegriffen wird, darf Mineralwasser in seiner ursprünglichen Zusammensetzung nicht verändert werden.

Der Mensch ist in der Lage, seinen Bedarf an Mineralstoffen vollständig aus der festen Nahrung zu decken. Der Flüssigkeitsbedarf kann also durch Leitungswasser gedeckt werden. Wenn bei Ihnen  eine Milchunverträglichkeit vorliegt, macht das Trinken von kalziumreichem Mineralwasser Sinn.

In kalkhaltigen Gegenden ist aber auch der Kalzium-Gehalt des Trinkwassers hoch. Ernährungsphysiologisch bedeutsam ist der Gehalt der Mineralwässer an den Mengenelementen Ca, Mg, K, Na und Cl, den Spurenelementen Fe, F sowie dem Gehalt an Sulfat und Hydrogenkarbonat.

Säure-Basen-Haushalt

Bei allen Verdauungs- und Stoffwechselprozessen entstehen Säuren im Körper (Böning u. Maassen 2008). Über Lunge, Niere, Leber und Haut müssen die Säuren wieder ausgeschieden werden. Die Ausscheidung über die Haut lässt sich durch basische Badezusätze aktivieren.

Beispiele für saure und basische Nahrungsmittel

   - säuernde Nahrungsmittel: Zucker, Weißmehlprodukte, Fleisch, Wurst, Ei, Fisch, Quark, Käse, Kaffee, Alkohol (sowie Nikotin).

   - mäßig säuernde Nahrunsmittel: Butter, Margarine, Haferflocken, Nudeln und   Nüsse.

   - basische Nahrungsmittel: Molke, Kartoffeln, Gemüse, Soja,  Salate und reifes Obst

Aber auch die Lebensumstände lassen den Körper sauer werden. Stress jeglicher Art - dazu gehört auch leistungsorientierter oder intensiver Sport sowie das Gegenteil davon nämlich Bewegungsmangel  - führt zu einer Anhäufung von sauren Stoffwechselprodukten. Lokal kann sich dass in Muskelschmerzen und Krämpfen äußern.

Allgemein können  

   - Konzentrationsstörungen,

   - Erschöpfung,

   - Schlafstörungen,

   - Allergien,

   - Müdigkeit und

   - Infektanfälligkeit auftreten.

Bei intensiven Belastungen sinkt der pH des Blutes deutlich (Maassen 1999). Hauptproduzent von Säuren ist der Energiestoffwechsel mit dem Kohlendioxid als Endprodukt. Die gesunde Lunge ist in der Lage, alles CO2 auszuatme

In der Vergangenheit wurde versucht, durch die Aufnahme von puffernden Substanzen wie Natriumbikarbonat und Natriumzitrat die Leistungsfähigkeit zu steigern.

Hintergrund sind die hohen Laktatkonzentrationen bei intensiven Belastungen. Eine Wirkung der Puffersubstanzen konnte bei hochintensiven Ausdauerbelastungen nachgewiesen werden (McNaugthon et al. 2008). In der Langzeitausdauer spielt die Aufnahme von Puffersubstanzen keine Rolle, da größere Mengen zu Unverträglichkeiten im Magen-Darm-Trakt führen.

Außerdem kann durch eine Alkalose die Sauerstoffabgabe des Hämoglobins im Muskel erschwert sein. Die entscheidenden Puffersysteme im Blut im Ausdauersport sind der Kohlensäurebikarbonatpuffer und das Hämoglobin (Aderhold und Weigelt 2012).

Eine proteinreiche Kost erhöht den Anfall von Säuren. Durch den Verzehr von reichlich Gemüse und Obst kann die Pufferkapazität des Bikarbonatpuffers erhöht werden. Eine natürliche und ausgewogene Ernährung kann damit leistungsstabilisierend wirken. Nicht nur bei Sportlern ist es beliebt geworden, sich über Nahrungsergänzungen Basenäquivalente zuzuführen, um den täglichen Säurenüberschuss auszugleichen.

Das in Mineralwasser enthaltene Hydrogenkarbont wirkt ebenfalls basisch. Auch wenn hierdurch Verbesserungen im Säuren-Basen-Gleichgewicht erzielt werden können, ist bisher ein Vorteil für die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit nicht bewiesen.

Dr. Dr. med. Lutz Aderhold

Literatur:

Aderhold L, Weigelt S. Laufen! … durchstarten und dabeibleiben – vom Einsteiger bis zum Ultraläufer. Stuttgart: Schattauer 2012.

Böning D, Maassen N. Milchsäure und Säure-Basen-Gleichgewicht. Dtsch z Sportmed 2008; 59: 287-91.

Maassen N. Der pH-Wert des Blutes bei körperlicher Belastung. Dtsch Z Sportmed 1999; 50: 362-7.

McNaugthon LR, Siegler J, Middley A. Ergogenic effects of sodium bicarbonate. Curr Sports Med Rep 2008; 7: 230-6.

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