• Tesfaye Abera gewinnt in Dubai und sichert sich damit eine Prämie von 200.000 US-Dollar.
    Tesfaye Abera gewinnt in Dubai und sichert sich damit eine Prämie von 200.000 US-Dollar. © Dubai-Marathon
  • Tirfi Tsegaye triumphiert zum zweiten Mal in Dubai.
    Tirfi Tsegaye triumphiert zum zweiten Mal in Dubai. © Dubai-Marathon
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Tesfaye Abera verpasst Streckenrekord um eine Sekunde, Tirfi Tsegaye gewinnt in Dubai

Äthiopiens Läufer haben einmal mehr den Dubai-Marathon dominiert. Sie erzielten auf der flachen Strecke in dem arabischen Emirat absolute Weltklassezeiten. Der erst 23-jährige Tesfaye Abera lief 2:04:24 Stunden zu einem überraschenden Sieg und verfehlte den vier Jahre alten Streckenrekord seines Landsmannes Ayele Abshero um lediglich eine Sekunde.

Damit setzte er ein erstes starkes Maß im olympischen Jahr. In der Liste der schnellsten je auf rekordkonformen Strecken gelaufenen Zeiten sortiert sich Abera an 15. Stelle ein. Er steigerte sich bei seinem bisher größten Triumph, für den er ebenso wie die Siegerin 200.000 US-Dollar erhält, gleich um gut fünf Minuten. Bisher stand seine Bestzeit bei 2:09:46. Hinter ihm folgten seine Landsleute Lemi Berhanu, der als Titelverteidiger angetreten war, mit 2:04:33, Tsegaye Mekonnen (2:04:46) und Sisay Lemma (2:05:16). Damit blieben gleich drei Läufer unter 2:05 Stunden.

Schnellste Frau war Tirfi Tsegaye mit hochklassigen 2:19:41. Die 31-jährige Berlin-Marathon-Siegerin des Jahres 2014 stellte damit ebenfalls eine persönliche Bestzeit auf, verpasste den Streckenrekord um nur zehn Sekunden und rückte in der Alltime-Liste auf Position 17 vor. Zweite wurde die Debütantin Amane Beriso mit 2:20:48 vor ihrer äthiopischen Landsfrau Meselech Melkamu, die nach 2:22:29 im Ziel war.

Einmal mehr entwickelte sich in Dubai bei guten Wetterbedingungen ein sehr schnelles Männerrennen. Lange Zeit lagen die Zwischenzeiten im Bereich des aktuellen Weltrekordes, den der Kenianer Dennis Kimetto mit 2:02:57 Stunden im Jahr 2014 in Berlin aufgestellt hatte. Geführt von Tempomachern passierte eine 16-köpfige Spitzengruppe die Halbmarathonmarke nach 61:37 Minuten.

Bei 30 km war diese Gruppe auf sechs Läufer zusammengeschrumpft. Der Punkt wurde in 1:27:20 Stunden passiert, wobei die Kenianer Edwin Koech und Amos Kipruto zusammen mit Sisay Lemma an der Spitze liefen - theoretisch wäre diese Zeit ein 30-km-Weltrekord. Doch offenbar hatten die Veranstalter an diesem Punkt keinen Kampfrichter platziert, so dass eine Anerkennung wohl nicht möglich sein wird. Die Bestmarke hält der Kenianer Geoffrey Kamworor, der 2014 in Berlin die 30 km im Marathon nach 1:27:37 passiert hatte.

In der Folge wurde das Tempo jedoch deutlich langsamer. Abgesehen von einem Kilometer wurden die Abschnitte zwischen 30 und 40 km nicht unter 3:00 Minuten gelaufen. Dadurch geriet der Weltrekord schnell außer Reichweite. Nach 35 km (1:42:27) lagen vier Läufer an der Spitze: Neben dem späteren Sieger Abera liefen Titelverteidiger Berhanu sowie Lemma und Mekonnen, der vor zwei Jahren in Dubai mit einem inoffiziellen Junioren-Weltrekord gewonnen hatte (2:04:32). 

Knapp 1,5 km vor dem Ziel schien eine Vorentscheidung zugunsten des Titelverteidigers gefallen zu sein. Berhanu konnte sich etwas absetzen. Während Lemma und Mekonnen geschlagen waren, lag Abera jedoch nur rund fünf Meter zurück.

Auf der langen Zielgeraden setzte sich dann der Außenseiter durch, der vor einem Jahr seine Bestzeit von 2:09:46 als Sieger des Mumbai-Marathons aufgestellt hatte. Außerdem war er 2015 Achter in Hamburg und Zweiter in Hengshui (China). „Mein Ziel war es, eine persönliche Bestzeit zu erreichen“, sagte der 23-Jährige und erklärte bezüglich des knapp verpassten Streckenrekordes seines Landsmannes Abshero, der aufgrund einer Verletzung nicht starten konnte: „Es ging mir in der Schlussphase nur darum, das Rennen zu gewinnen.“

Ein insgesamt gleichmäßigeres Tempo lief Tirfi Tsegaye, die den Dubai-Marathon bereits vor drei Jahren gewonnen hatte. Die Äthiopierin passierte die Halbmarathonmarke in einer zehnköpfigen Spitzengruppe nach 70:17 Minuten. Eine nach der anderen fiel in der Folge zurück, und am 30-km-Punkt war die Debütantin Amane Beriso die einzig verbliebene Konkurrentin. Tsegaye, die ihre bisherige Bestzeit von 2:20:18 bei ihrem Sieg in Berlin 2014 aufgestellt hatte und damit die schnellste Läuferin auf der Dubai-Startliste war, setzte sich dann kurz vor der 35-km-Marke ab.

Am Ende durchbrach sie zum ersten Mal die prestigeträchtige 2:20-Stunden-Barriere und hatte mit 2:19:41 gut eine Minute Vorsprung. „Dubai ist nach meinem zweiten Sieg wie eine zweite Heimat für mich“, sagte Tirfi Tsegaye.

Der Dubai-Marathon überzeugte einmal mehr auch in der Breite der Spitze: Gleich 13 Läufer blieben unter 2:10 Stunden. Und zehn Frauen erreichten Zeiten von unter 2:30:00.

Ergebnisse, Männer:

1. Tesfaye Abera      ETH    2:04:24
2. Lemi Berhanu         ETH    2:04:33
3. Tsegaye Mekonnen  ETH    2:04:46
4. Sisay Lemma          ETH    2:05:16
5. Mula Wasihun         ETH    2:05:44
6. Abayneh Ayele        ETH    2:06:45
7. Samuel Kosgei        KEN    2:06:53
8. Tilahun Regassa      ETH    2:08:11
9. Thomas Rono          KEN    2:08:34
10. Mesfin Teshome     ETH    2:09:24

Frauen:

1. Tirfi Tsegaye         ETH    2:19:41
2. Amane Beriso          ETH    2:20:48
3. Meselech Melkamu   ETH    2:22:29
4. Sutume Asefa          ETH    2:24:00
5. Mulu Seboka            ETH    2:24:24
6. Shitaye Eshete         BRN    2:25:36
7. Mestawet Tufa          ETH    2:26:34
8. Dinknesh Mekash      ETH    2:28:19
9. Mamitu Daska           ETH    2:28:53
10. Megertu Ifa             ETH    2:29:45
 
race-news-service.com