• Marathon-Serie kommt nach Namibia - 200 Extremsportler kämpfen sich 250 Kilometer die Skelettküste entlang
    Marathon-Serie kommt nach Namibia - 200 Extremsportler kämpfen sich 250 Kilometer die Skelettküste entlang © Drews picture
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Ultra-Marathon-Serie kommt nach Namibia - 200 Extremsportler kämpfen sich 250 Kilometer die Skelettküste entlang - Arne Putensen, Windhoek, in der Allgemeinen Zeitung, Windhoek, Namibia

Die "Allgemeine Zeitung" in Windhoek/Namibia ist eine deutschsprachige Zeitung mit deren Genehmigung wir diesen Beitrag übernehmen können.

Vom 1. bis zum 7. Mai 2016 rückt Namibia in den Fokus der wohl härtesten Ultra-Marathon-Serie der Welt. Bis zu 200 Extremsportler aus allen Herren Länder wollen beim zweiten 4-Desert-Rennen der Saison eine 250 Kilometer lange Strecke an der legendären Skelettküste in sieben Tagen zurücklegen.
 

Nicht nur die Distanzen treiben den Teilnehmer an ihre Grenzen.

Die Skelettküste am Atlantischen Ozean ist über die vergangenen Jahrhunderte schon so manchem Seefahrer zum Verhängnis geworden. Wenn die raue Brandung die Crew nicht in den Tod gerissen hatte, fielen die Überlebenden dem fast regenlosen Wüstenstreifen entlang der Küste zum Opfer. Nun wollen bis zu 200 der härtesten Extremsportler der Welt sich in dieser trostlosen Gegend miteinander messen.

250 Kilometer. Sieben Tage. Für die meisten Menschen unvorstellbar. Und doch gehen viele dieser Läufer fünf Mal im Jahr in den verschiedensten Ländern der Welt unter ähnlichen Bedingungen an den Start.

Zum ersten Mal tauchte ein Rennen des nun als 4-Desert-Series bekannten Wettbewerbs 2003 im Rennkalender auf. Damals diente die Wüste Gobi in Asien als einziger Austragungsort. Über die nächsten drei Jahre wurde jeweils ein neuer Lauf pro Jahr in die Serie aufgenommen.

Auf die Atacamawüste (2004) folgte das Sahara-Rennen (2005), ein Jahr später machte der nun weltweit bekannte Wettbewerb erstmals in den unübersichtlichen Landschaften der Antarktis Station. Zudem gibt es nun in jedem Jahr ein „Roving Race“, das jedes Jahr in einem anderen Land ausgetragen wird.

2009 hieß der Gastgeber hier: Namibia. Das US-Amerikanische TIME Magazine wählte die Serie 2009 und 2010 zum führenden Ausdauerrennen der Welt.

Zwar dürfen die individuellen Sportler an jedem der Wettkämpfe teilnehmen, doch für den Saisonabschluss am Jahresende in der Antarktis gibt es eine Regel: Wer nicht mindestens zwei der vorherigen Rennen absolviert hat, darf hier aufgrund der noch extremeren Wetterbedingungen nicht an den Start gehen. So will es das Organisationsteam.

Nach den Sicherheitsbedenken in vielen Sahara-Staaten (vor allem Ägypten) über die vergangenen Monate entschied sich eben jenes Organisationsteam, das Rennen auf einen anderen Erdteil zu verlegen. „Wir haben die Suche der Organisatoren nach einem neuen Austragungsort im Internet gesehen und uns beworben. Nun dürfen wir es austragen“, frohlockte Olivier Ahrens, Chef der hiesigen Organisatoren und Geschäftsführer von „My Destination Namibia“, im exklusiven AZ-Gespräch.

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessensträgern, wie dem Tourismus-Ministerium, wurde die Planung, die Ahrens zufolge „sehr gut läuft“, in Angriff genommen. Die Route haben Ahrens und seine Kollegen bereits im vergangenen Dezember zusammen mit den Hauptorganisatoren abgesteckt. Nichts wird dem Zufall überlassen.

Doch nicht nur die offensichtlichen Strapazen in Bezug auf die körperlichen und mentalen Belastungen machen die Rennen zu einem Härtetest der besonderen Art. Es gilt nämlich für jeden Teilnehmer, sich selber zu versorgen. Das heißt konkret: Die Läufern müssen ihr eigenes Essen und ihre eigene Isomatte mit sich tragen. Nur Wasser und ein Platz im Zelt am Ende jeder Etappe wird ihnen von der Rennorganisation zur Verfügung gestellt.

Laut Ahrens sind bis dato rund 150 Einschreibungen eingegangen. Der Unternehmer ist aber zuversichtlich, dass die 200-Marke noch erreicht wird.

Läufer aus über 40 Ländern werden erwartet. Der Großteil kommt aller Voraussicht nach aus den USA, England, China und Japan. Die Japaner haben diesbezüglich ein eigenes TV-Team angemeldet. Mehr als 40% haben Statistiken zufolge bereits zumindest einmal ein Serien-Rennen absolviert.

Zu den Favoriten in der Herren-Wertung gesellt sich mit Rafael Fuchsgruber auch ein Deutscher. Dem bereits 54-jährigen Sportler wird der Sieg vermutlich von den beiden Amerikanern Sean Abbot und Kyle McCoy sowie den Japanern Wataru Iino und Hidechika Kabasawa sowie Tommy Chen aus dem Taiwan strittig gemacht.

Bei den Damen läuft alles auf einen Dreikampf zwischen Louisa Balsamo (Italien) Echo Gong (China) und Maki Izuchi-Suban (Japan) hinaus.

Arne Putensen

Ultra-Marathon-Serie kommt nach Namibia

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Sahara Race 2016