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Olympia 2028 in NRW - besser mehr Geld für Schul- und Vereinssport. Armin Laschet will Olympia 2028 in NRW - Ein Kommentar von Lothar Pöhlitz

Die Bewerbungen um die Winterspiele 2022 in München und die Sommerspiele 2024 in Hamburg sind am Bürgerwillen krachend gescheitert.

Jetzt hat der noch zu wählende neue NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) eine Olympiabewerbung der Rhein-Ruhr-Region ins Gespräch gebracht. Auch Sportvermarkter Michael Mronz hat sich für eine deutsche Bewerbung mit dem Zentrum Nordrhein-Westfalen („Rhein-Ruhr Olympic City" Düsseldorf/Köln) für das Jahr 2028 wiederholt ausgesprochen.

In einer Region in der es andere dringende Aufgaben im Zusammenhang mit Sport außerhalb des Fußballs gibt. Jetzt, weil in der Zeit der gerade abgewählten SPD-Regierung Kraft/Löhrmann über Jahre nur wenig vom Interesse und Engagement für qualitative Bildung, Sport und Schulsport im Land spürbar war.

Die neue CDU/FDP-Regierung unter Laschet/Lindner will nun in ihrem Programm einen Schwerpunkt Bildung installieren, zu dem hoffentlich auch der Schulsport gehört, der in NRW unter Bildungsministerin Löhrmann (Grüne) auf breiter Front eine grenzenlose Vernachlässigung erfuhr.

Mehr Sportstunden - mehr Sport-Fachlehrer - bessere Unterrichtsqualität                          

Schulsport galt einmal als Teil des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags in beiden deutschen Staaten und war Basis für den Nachwuchsleistungssport.

Leider spielte nach der Wende für die Regierung, die Landesregierungen und ihre Innenminister bei Diskussionen um Bildungsreformen der Schulsport und Leistungssport nicht die Deutschland gebührende Rolle. Bildung ist aber Teil deutscher Kultur und Sport ist Teil der Bildung und Gesundheit.

Sport gehört zum Bildungsauftrag der Schule.

                                                                                                                                            Die in der Vergangenheit vielfältig geführten Diskussionen um die richtigen Bildungsinhalte in den Schulen, um das richtige Wissen, um die zu vielen Übergewichtigen in allen Altersbereichen, um mehr Fitness und die beklagte gesunkene Leistungsfähigkeit unserer Kinder und Jugendlichen kennen alle. Alle wissen das Umfang und Qualität des Schulsports kaum zur Fitness unserer Kinder beitragen, zu wenige Sportstunden, Schulturnhallen und ihre Ausrüstung stammen oft noch aus der „Kaiserzeit", und wurden dazu noch im letzten Jahr für die Flüchtlingspolitik entfremdet.

Und es gibt viel zu wenig Sport-Fachlehrer die den Anspruch an modernen Kinder- und Jugendsport gerecht werden können. Auch der außerschulische Sport ist aus der Mode, der Vereinssport kränkelt vor allem wegen fehlender Trainer. Die Ärzte schlagen seit langem Alarm, ungehört. Keine fitten Kinder - auch keine Talente.

Da denken wir über Olympische Spiele im eigenen Land nach! Sie sind doch auch mit hohen Erwartungen nicht nur an die Infrastruktur verbunden, für das ganze Land.

Der herausragenden Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport für die Entwicklung des Menschen sowie seine Gesunderhaltung sollte endlich mehr Rechnung getragen werden indem das Schulgesetz Sport und Gesundheit im Rahmen eines komplexen Bildungsauftrages zu unverzichtbaren Erziehungszielen erhebt:

„Schulische Bildung und Erziehung sollen die Schülerinnen und Schüler insbesondere befähigen, (...) ihre körperliche, soziale und geistige Entwicklung durch kontinuierliches Sporttreiben und eine gesunde Lebensführung positiv zu gestalten sowie Fairness, Toleranz, Teamgeist und Leistungsbereitschaft zu entwickeln"

Aus der Sicht der in vielen Sportarten derzeit nicht mehr gegebenen Konkurrenzfähigkeit im Weltsport mangels Nachwuchs und Fach-Trainern müssten mit einer solchen Bewerbungsabsicht gleichzeitig die Hebel in der Talentarbeit umgelegt werden, damit die eigenen Sportler sich dann in 11 Jahren nicht vor der Welt und ihren Fans blamieren, die errungenen Medaillen weiter weniger werden. Nicht nur für NRW. Sportpraktische Erfahrung ist das „echte Talente" 8-12 Jahren brauchen um auf sportliche Höhepunkte vorbereitet zu werden, wir haben heute schon zu wenige.

Bevor also sehr viel Geld für eine neuerliche Olympiabewerbung Deutschlands in die Hand genommen wird sollte besser viel notwendiges Geld in die Sportinfrastruktur, den Schul- und Vereinssport investiert werden. Nicht nur in NRW. Wir müssen zurück zum Qualitätsanspruch des „Made in Germany", auch im Schulsport, Vereinssport und im Hochleistungssport.

Bundespräsident Joachim Gauck sagte dazu 2016. „Ich wünsche mir, dass wir in Deutschland wieder mehr Wert darauf legen, die Voraussetzungen für diese Schule des Lebens zu schaffen. Fällt der Sportunterricht zu häufig aus, ist das eben keine Lappalie. Wer Erfolg im Spitzensport will, wird den Schul- und Breitensport nicht vernachlässigen können." (11/2016)

Lothar Pöhlitz