• Konstanze Klosterhalfen erreichte nach 2:52,6 die 1000m-Marke.
    Konstanze Klosterhalfen erreichte nach 2:52,6 die 1000m-Marke. © EAA-Livestream
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U23-EM in Bydgoszcz (Polen) am 16. Juli 2017: Konstanze Klosterhalfen gewinnt, Alina Reh wird Zweite

Mit einer gelungenen taktischen Variante und einer grandiosen zweiten Hälfte gewann die deutsche Ausnahmeläuferin Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen) im polnischen Bydgoszcz den europäischen U23-Titel im 1500m-Lauf der Frauen.

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In einem sehenswerten Finale, in dem sie die letzten 800 m in fantastischen 2:01,6 absolvierte, lief sie dem gesamten Feld nach zwei Runden (800 m) auf und davon, wobei selbst ihre stärkste Kontrahentin Sofia Ennaoui aus dem Gastgeberland Polen nicht den Hauch einer Chance auf den Sieg besaß.

Dabei hatte sich zunächst ein typisches Meisterschaftsrennen mit Splits bei 400 m von langsamen 1:15,7 und bei 800 m in 2:23,2 entwickelt.

Dann aber nahm die deutsche Nachwuchshoffnung das Heft des Handelns in die Hand und lag nach einer gewaltigen Tempoverschärfung bei 1000 m in 2:52,6 etwa 8 m vor Ennaoui. Eingangs der letzten Runde in 3:08,0 war der Vorsprung zur Polin weiter angewachsen, der Rest des Feldes lag weit zurück. 1200 m erreichte „Koko“ nach 3:23,2, womit sie die dritte Runde in genau einer Minute zurücklegte, einem absoluten Weltklasse-Split.

Dieses Tempo konnte sie weitgehend bis ins Ziel nach 4:10,30 halten, nur die ersten beiden langsamen Runden verhinderten einen weiteren Lauf unter 4 Minuten.

Wie schnell Konstanze am Ende unterwegs war, belegen 2:01,6 für die letzten 800 m, gegenüber 2:23,2 für die ersten 800 m! Ennaoui lag mit 4:13,54 auf Platz 2 sehr deutlich zurück, und über 7 Sekunden musste man auf die Drittplatzierte Martyna Galant (POL) in 4:17,91 warten.

u23-em-1500m-winner-klosterhalfenDie U23-Europa-Meisterin über 1500 m der Frauen: Konstanze Klosterhalfen (GER) in 4:10,30. (c) EAA-Livestream

Nach der eindrucksvollen Vorstellung bei der U23-EM würde es nicht überraschen, wenn Konstanze bei der WM Anfang August in London trotz der erheblichen Konkurrenz bis in die Medaillenränge vorlaufen würde.

Über 5000 m war der türkische Jungstar mit kenianischer Herkunft (Vivian Jemutai) Yasemin Can ohne Konkurrenz und lief dem Feld sofort nach dem Start davon. Mit schnellen 15:01,67 verbesserte sie den Meisterschaftsrekord deutlich. Erst am Freitagabend hatte die Türkin gleichfalls mit Meisterschaftsrekord von 31:39,80 bereits die 10000 m der Frauen gewonnen.

In der direkten Verfolgung lief die zweite deutsche Nachwuchshoffnung Alina Reh lange mit Sarah Lahti (SWE) zusammen, die sie aber in der Schlussphase abschütteln konnte. Reh gewann Silber in 15:10,57 – das ist schon wieder eine persönliche Bestleistung – , Lahti wurde in 15:14,17 Dritte.

Helmut Winter

Ergebnisse 1500 m der Frauen (U23):
1. Konstanze Klosterhalfen GER 4:10.30
2. Sofia Ennaoui POL 4:13.54
3 Martyna Galant POL 4:17.91
4 Linn Söderholm SWE 4:18.88
5 Amy Griffiths GBR 4:19.16
6 Carla Massip ESP 4:21.63
7 Giuila Aprile ITA 4:21.64
8 Vera Hoffmann NED 4:21.94
9 Ingrid Halvorsen Folvik NOR 4:22.70
10 Line Kalstrup Schulz DEN 4:23.14
11 Fatma Arik TUR 4:23.15
12 Isabella Andersson SWE 4:28.38
Inoffizielle Splits der führenden Läuferin:
 400 m 1:15,7  1:15,7
 700 m (noch 2 Runden) 2:08,7  
 800 m 2:23,2 1:07,5
1000 m 2:52,6  
1100 m (noch 1 Runde) 3:08,7  
1200 m 3:23,2 1:00,0
1500 m 4:10,30  
(last 800 m) (2:01,6)