• Herausfordernder Zieleinlauf beim 44. Hochfelln-Berglauf in Bergen
    Herausfordernder Zieleinlauf beim 44. Hochfelln-Berglauf in Bergen © Wilfried Raatz/ wus-media
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International ausgerichtet und dennoch bodenständig geblieben - der Hochfelln-Berglauf in Bergen/ Chiemgau

Mit 43 Auflagen ist der Hochfelln-Berglauf in Bergen/ Chiemgau einer der ältesten Bergläufe in Deutschland – und die Premium-Veranstaltung im WMRA-World-Cup

Der Hochfelln-Berglauf ist mit 43 Auflagen einer der ältesten Bergläufe in Deutschland, hat aber, wie es der langjährige Hochfelln-Chef Georg „Bibi“ Anfang einmal formulierte, „noch längst nicht den Elan verloren!“

Seit Jahren jedenfalls ist der Hochfelln-Berglauf  d e r  Berglauf hierzulande. Mit Jürgen Schmid ist zur 40. Auflage des Klassikers im Chiemgau übrigens ein erfahrener Macher an die Spitze gerückt, der Organisations-Altmeister ist als „back up“ sicherlich hier und noch gefragt.

So beim Jubiläumslauf oder bei den deutschen Berglauf-Meisterschaften 2013 und 2014.

Mit 519 Läufern ist dem Hochfelln-Berglauf 2013 dabei eine Resonanz gelungen, die weit über der bisherigen Höchstbeteiligung von 400 Teilnehmern (1986) liegt. 2016 ist Bibi Anfang ein neuerlicher Coup gelungen, als ursprüngliches Gründungsmitglied des WMRA-World-Cup ist der Hochfelln-Berglauf nach Jahren der Abstinenz und den scheinbar unüberbrückbaren Auseinandersetzungen um die Austragungsmodalitäten wieder einer der Wertungsläufe dieses Circuits geworden.

Alles, was Rang und Namen in der internationalen Berglaufszene hat, hat zumindest einmal bereits im Chiemgau Station gemacht. Einige der Asse sind längst Stammgäste in Bergen. Beim „Großen Preis von Deutschland“, so die Unterzeile am Hochfelln, duellierten sich die angesagtesten Cracks Jahr für Jahr.

Dreimal gewann zuletzt der Eritreer Petro Mamu, im Vorjahr mit 42:48 Minuten und zehn Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Yossief Tekle, auf den weiteren Plätzen dann Antonio Toninelli (43:31), Andrew Douglas (44:22) und Jan Janu (44:28). Hochfelln-Champion Jonathan Wyatt, der bei seinem Rekordlauf 2002 mit 40:34 Minuten den aktuellen Rekord hält, ist stets ein willkommener Gast, zumal er seit diesem Sommer auch Weltpräsident des Berglauf-Verbandes ist.

Direkt nach dem Gewinn der Lang-Distanz-Weltmeisterschaft im italienischen Premana hat übrigens Mamu wieder zugesagt, in den Chiemgau zu kommen.

Dabei könnte er durchaus auch wieder auf Jonathan Wyatt treffen, den es immer noch gewaltig juckt, die Laufschuhe für einen schnellen Wettkampf zu schnüren, auch wenn er nicht mehr ein absoluter Kandidat für das „Stockerl“ ist. Dafür aber immer wieder ein charmanter und liebenswerter Gesprächspartner, den vor allem mit Bergen vieles verbindet, denn sein Stern als absolutes Weltklasseass ging praktisch am Hochfelln auf. 

2016 war einmal mehr die sechsfache Weltmeisterin Andrea Mayr mit 48:18 Minuten eine Klasse für sich. Die insgesamt schon siebenmalige Siegerin hält auch seit 2014 die Streckenbestmarke mit 47:30 Minuten. Silvia Schwaiger (50:58), Michelle Maier (52:12) und Antonella Confortola (54:23) belegten die nächsten Plätze.

Die Tops sind die eine Seite der Medaille, in Bergen haben aber auch die Läufer wie Du und ich ihre Plattform, den traditionsgemäss finden auch stets die Kreismeisterschaften des Kreises Inn/Chiemgau statt – Beleg für eine absolute Bodenständigkeit trotz aller internationalen Kontakte.

Die traditionelle Hochfelln-Strecke mit 8,9 km und einer Höhendifferenz von 1075 Metern ist eine echte Herausforderung, vor allem auf der zweiten Streckenhälfte hinauf zur Bergstation der Hochfelln-Bergbahn.

Spektakulär der Zieleinlauf zum Schiedsrichterhäuschen mit einem schier überhängenden Steilhang, der die letzten Reserven aus der ohnehin geplagten Muskulatur zieht. Ein vorzüglicher Versorgungsbereich entschädigt freilich die Mühen des harten Aufstiegs.

Entnommen aus Wilfried Raatz: „Berglauf-Journal 2017“.