• Der Jungfrau Marathon 2017
    Der Jungfrau Marathon 2017 © swiss-image.ch
  • Läuferin und Zuschauer
    Läuferin und Zuschauer © swiss-image.ch
  • Die Siegerin Maude Mathys
    Die Siegerin Maude Mathys © swiss-image.ch
  • Läuferin und Zuschauer
    Läuferin und Zuschauer © swiss-image.ch
  • Der legendäre Dudelsackspieler
    Der legendäre Dudelsackspieler © swiss-image.ch
  • Helfer in Aktion
    Helfer in Aktion © swiss-image.ch
  • Auf der Suche nach dem Ziel
    Auf der Suche nach dem Ziel © swiss-image.ch
  • Viktor Röthlin in der Staffel
    Viktor Röthlin in der Staffel © swiss-image.ch
  • Der dreifache Langlauf-Olympiasieger Dario Cologna
    Der dreifache Langlauf-Olympiasieger Dario Cologna © swiss-image.ch
  • Das hebt die Stimmung
    Das hebt die Stimmung © swiss-image.ch
  • Sieger: Der Kolumbianer Jose David Cardona
    Sieger: Der Kolumbianer Jose David Cardona © swiss-image.ch
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Maude Mathys mit phantastischer Rekordzeit - Beim 25. Jungfrau-Marathon von Interlaken zur Kleinen Scheidegg braucht die Schweizerin 3:12:56 Stunden - Kolumbianischer Sieg durch Jose David Cardona - Wilfried Raatz berichtet

Überzeugende Leistungen durch Michelle Maier (Zweite) und Benedikt Hoffmann (Fünfter) - 5088 Finisher beim Jubiläumslauf vor dem majestätischen Dreigestirn Eiger, Münch und Jungfrau

Kein Jubiläumswetter, aber dennoch dem Anlass entsprechend gab es bei der 25. Auflage des Jungfrau-Marathon von Interlaken zur Kleinen Scheidegg trotz erschwerter Bedingungen einen neuen Streckenrekord.

Die Berglauf-Europameisterin Maude Mathys steigerte die Bestmarke auf der 42,195 km langen Strecke mit einer Höhendifferenz von +1828 m/ -305 m um gut sechs (!) Minuten auf 3:12:56 Stunden. Erst im Vorjahr hatte Martina Strähl den Rekord der Österreicherin Andrea Mayr (3:20:20) aus dem Jahr 2012 auf starke 3:19:15 Stunden verbessert. 

Die zur Weltspitze im Skibergsteigen zählende Maude Mathys aus Ollon im Kanton Waadt ist längst auch im internationalen Berglauf eine Größe. Anfang Juli wurde sie im slowenischen Kamnik Berglauf-Europameisterin mit einer frappierenden Überlegenheit vor Sarah Tunstall und der sechsfachen Weltmeisterin Andrea Mayr und steigerte nun die an sich bereits starke Marathon-Rekordmarke beim Jungfrau-Marathon um mehr als sechs Minuten.

„Ich habe neue Trainingspläne und wusste, dass ich an diesem Tag in guter Form bin. Auf meine Konkurrentinnen habe ich gar nie geguckt. Als ich bei den Zwischenzeiten unter meiner erhofften Zeit war, wusste ich, dass es gut kommt", sagte die 30jährige im dichten Nebel im Zielgelände auf der Kleinen Scheidegg auf 2061 m Höhe. Dass sie allerdings bei km 30 extrem schwere Beine bekam, überraschte sie schon etwas. „Ab da war es nur noch eine Kopfsache. Da ich den Marathon vor fünf Jahren schon gelaufen bin, wusste ich, was mich erwartet".

Wie im Vorjahr belegte die aus Bad Aibling stammende Michelle Maier Rang zwei. Trotz einer erheblichen Steigerung um sieben Minuten auf nunmehr 3:23:07 Stunden reichte es erneut nur zu Rang zwei. Die in Innsbruck Biologie studierende Michelle Maier läuft derzeit in einer überragenden Verfassung, gewann im August zunächst den Glacier 3000 in Gstaad und in der Folgewoche wurde sie beim traditionsreichen Klassiker Sierre-Zinal hinter der Berglauf-Weltmeisterin Lucy Wambui Murigi Zweite.

Trotz der konstant starken Leistungen auf Weltniveau wurde sie vom Deutschen Leichtathletik-Verband aus dem Nationalkader geworfen und ihre überragenden Leistungen auf den Langdistanzen kaum gewürdigt. 

Überraschend platzierte sich die Schweizerin Petra Eggenschwiler mit 3:35:08 Stunden auf Rang drei vor der höher eingeschätzten zweifachen Siegerin Aline Camboulives. 

Weitaus spannender als bei den Frauen verlief das Rennen bei den Männern.

Bis Wengen (32 km) führte der Äthiopier Tefera Mekonen. Erst auf den letzten Kilometern übernahm der Kolumbianer Jose David Cardona die Spitze, der erst in letzter Minute von Rennleiter Richard Umberg in das Elitefeld aufgenommen wurde. Der Kolumbianer setzte sich in der Schlußphase gegen Vorjahressieger Robbie Simpson durch und gewann in 2:56:20 Stunden und zwei Minuten vor dem Briten. Den Streckenrekord hält seit 2003 der Neuseeländer Jonathan Wyatt mit 2:49:01 Stunden.

Der zuletzt zweimal als Zweiter hervorgegangene Äthiopier Birhanu Mekonnen wurde in 3:02:42 Dritter. Hinter dem Kenianer Eric Muthomi Riungu (3:03:59) wurde der Schweizer Stephan Wenk i9n 3:05:24 Fünfter und lag damit direkt vor dem Freiburger Benedikt Hoffmann, dem deutschen 100 km-Meister dieses Jahres. Für ihn wurden 3:07:11 Stunden gestoppt. Der Lörracher Bruno Schumi wurde mit 3:22:19 Stunden Dreizehnter.

Zum ersten Mal war auch eine Promi-Staffel am Start. Der als Ehrenstarter fungierende dreifache Langlauf-Olympiasieger Dario Cologna lief dabei das letzte Teilstück von Wengen auf die Kleine Scheidegg, zuvor hatten Fabienne Schlumpf, Andrin Jäger und der frühere Marathon-Europameister Viktor Röthlin einen Abschnitt gelaufen.

Trotz garstigem Wetter finishten 5088 Läuferinnen und Läufer auf der Kleinen Scheidegg. OK-Präsident Toni Alpinice: „Ich bin begeistert, wie toll auch bei der 25. Austragung die Organisation ablief. Uns konnten auch die schwierigen Wetterbedingungen das Jubiläum nicht vermiesen." Wegen den zunehmenden Regenfällen mussten aus medizinischer Sicherheit die letzten rund 100 Läufer von der Strecke genommen werden. 

Auftakt zum 25. Jungfrau-Marathon war am Freitagabend der Meilenlauf, bei den die 3000 m-Hindernis-Europameisterin und deutsche Rekordhalterin Gesa-Felicitas Krause hinter der Niederländerin Sanne Verstegen in 4:37,96 Rang zwei belegte.

Bei den Männern setzte sich der Kenianer Patrick Ereng in 4:30,96 durch.

Wilfried Raatz