• Start zum 16. Volksbank Münster Marathon um 9 Uhr. Ganz vorne im Bild der spätere Sieger Paul Maina.
    Start zum 16. Volksbank Münster Marathon um 9 Uhr. Ganz vorne im Bild der spätere Sieger Paul Maina. © Helmut Winter
  •  Der stimmungsvolle Zieleinlauf auf Münsters Prinzipalmarkt.
    Der stimmungsvolle Zieleinlauf auf Münsters Prinzipalmarkt. © Helmut Winter
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16. Volksbank Münster Marathon am 10. September 2017: Paul Maina läuft 2:11:22

Paul Maina (KEN) in 2:11:22 und Rose Maru (KEN) in 2:33:05 gewannen die 16. Ausgabe des Volksbank Münster Marathon durch die Innenstadt und die umliegenden Gemeinden an der westlichen Peripherie.

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Schon in einer frühen Phase des Rennens war klar, dass auch in diesem Jahr das erklärte Ziel eines neuen Streckenrekords bei den Männern, den Patrick Muriuki bereits 2010 aufstellte, außer Reichweite war.

5 km passierten die beiden Tempomacher in 15:41 und lagen damit gut 15 Sekunden über dem Fahrplan zu einer Zeit von 65 Minuten beim Halbmarathon. Die eigentliche Spitzengruppe lag hier 4 Sekunden zurück.

Daran änderte sich bei 10 km wenig, in 31:26 lag man auf Kurs zu einer Zeit um 2:14 Stunden. Bei 15 km in 47:09 waren neben den beiden Tempomachern, die mittlerweile auch in Münster Shirts im Sträflingslook tragen, noch 8 Läufer in der Führungsgruppe, die sich auf dem Weg vom Ortsteil Gievenbeck nach Nienberge zur Halbmarathon-Marke zunehmend weiter auseinder zog. Über 1:02:49 bei 20 km erreichte man die halbe Distanz nach 1:06:08 und lag damit eine volle Minute hinter den Vorgaben.

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Die „Hasen" passieren die 5 km-Marke weit vor der Spitzengruppe. (c) H. Winter

Nach Passieren des Ortskerns von Nienberge, wo die Stimmung vor allem auch wegen der vielen wartenden Staffelläufer prächtig war, formierte sich eine Fünfergruppe mit einem Tempomacher, die längere Zeit zusammen bleiben sollte. 25 km wurden nach 1:18:13 mit Kurs auf 2:12 Stunden erreicht, wobei die km-Splits zwischen schnellen 3:02 und 3:09 schwankten, was zum Teil auch einem strammen Wind in der freien Flur geschuldet war.

Kurz nach 25 km ging der letzte „Hase" aus dem Rennen. Auf dem Weg in den Ortsteil Roxel, wo sich die 30 km Marke und ein sog. „Power-Point" befand, brach das Tempo an der Spitze mit Splits um 3:13/km derart ein, dass sich spätestens hier alle Ambitionen in Sachen Kursrekord erledigten. 30 km in 1:34:15 projizierten sich entsprechend auf eine Zeit im Ziel von 2:12:34.

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Die Spitzengruppe bei den Männern hat soeben die 35 km hinter sich gelassen. Der spätere Sieger Paul Maina läuft aktuell an dritter Position (Bildmitte). (c) H. Winter

An der Spitze agierte nun ein Quartett bestehend aus Paul Maina, dem Sieger des Vorjahres Duncan Koech, Joseph Munywoki sowie dem Dritten von 2016 Hosea Kipkemboi (alle KEN). 35 km erreichte man nach 1:49:52, wonach das Tempo im Finale noch einmal deutlich gesteigert wurde. Die km-Splits nach 35 km: 3:01, 3:07, 3:00, 3:00, 2:58, 2:56. Diese Zwischenzeiten veranschaulichen den Kampf um den Sieg, den nach seiner Temposteigerung bei 38 km in 1:58:58 Paul Maina für sich entscheiden konnte.

Schnell vergrößerte der Marathon-Debütant seinen Vorsprung auf die Konkurrenz und gewann am Ende unangefochten in 2:11:22 den Lauf, fast genau eine Minute über dem Streckenrekord. Über welche Reserven Maina im Finale verfügte, veranschaulicht sehr deutlich sein Split für die letzten 2195 m von der 40 km-Marke, die er in phänomenalen 6:26 Minuten sprintete; dies entspricht einem km-Schnitt von 2:56 Minuten oder einem 2:03-Stunden-Marathon.

Für den Vorjahressieger Duncan Koech, der beim Köln Marathon bereits 2:07:53 im Oktober 2012 gerannt war, blieb diesmal nur Platz 2 in 2:12:06, Joseph Munywoki wurde Dritter in 2:12:17. Bester deutscher Läufer wurde wieder einmal Elias Sansar aus Detmold in 2:25:25, der in der Schlussphase noch gewaltig gegen Maciek Miereczko um die 3000 Euro Prämie streiten musste.

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Bei den Frauen passierte ein Quartett mit dem Tempomacher Roger Königs und einem weiteren Tempomacher die 5 km nach 17:32, über 35:04 bei 10 km und 52:30 bei 15 km wurde der Halbmarathon in glatten 1:14 Minuten passiert. Hier lag die spätere Siegerin Rose Maru (KEN) bereits 15 Sekunden vor der ersten Verfolgerin Eunice Kioko (KEN), die ihren ersten Marathon lief (PB Halbmarathon: 1:10:31, Paderborn).

Über 1:46:34 bei 30 km gewann Maru in persönlicher Bestzeit von 2:33:05. Nachdem die Siegerin bis jenseits des Halbmarathon noch auf Kurs zu einem neuen Streckenrekord in Münster lag, wurde die Bestmarke von 2:29:12 am Ende sehr deutlich verfehlt. Kioko wurde in 2:33:59 Zweite und Platz 3 ging an die Japanerin Hisae Yoshimatsu in 2:36:02. Beste deutsche Läuferin wurde Christl Dörfl in 2:56:09.

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Die beiden Sieger mit Bürgermeister (2.v.l.) und Race Director (3.v.r.). (c) H. Winter

Insgesamt gesehen erlebte Münster wieder - auch wegen der vielen Attraktionen am Rande - ein Fest des Laufsports, das bei idealem Laufwetter (bis auf den Wind) allerdings nur 1771 Finisher im Marathon in den Listen notierte.

Damit setzt sich (leider) ein Trend fort, der nicht nur die Münsteraner Veranstaltung tangiert. Eigentlich konnte man im Vorfeld optimistisch sein, hatte doch der Veranstalter von 2400 Voranmeldungen gesprochen. Den weiteren Einbruch bei den Marathonis allerdings auf fehlende Hotelkapazitäten zurückzuführen, erscheint in der Argumention von Race Director Brinkmann doch etwas weit hergeholt.

Auch mit Sicht auf die Zukunft wird sich Münster kaum einem weiter um sich greifenden Trend entziehen können, der immer weniger Teilnehmer auf der vollen Marathon-Distanz sieht. So waren und sind es die Staffel-Wettbewerbe,  die die Statistik retten.ms-mar-2017-finisherzahlenDie Grafik der Finisherzahlen im Marathon zeigt auch in Münster einen deutlichen Trend zu immer geringeren Zahlen. Gegenüber der Premiere im Jahr 2002 ist man von über 4000 Aktiven im Ziel auf unter die Hälfte abgesackt. (c) H. Winter

Die Splits des führenden Läufers:
 5 km 15:45 15:45
10 km 31:26 15:41
15 km 47:09 15:43
20 km 1:02:49 15:40
 HM 1:06:08  
  3:01-3:09-3:02-3:02-3:10
25 km 1:18:13 15:24
  3:12-3:11-3:14-3:12-3:12
30 km 1:34:15 16:02
  3:07-3:07-3:13-3:02-3:08
35 km 1:49:52 15:37
  3:01-3:07-3:00-2:59-2:58
40 km 2:04:56 15:04
  Ziel 2:11:22  6:26
Ergebnisse Marathon der Männer:
1. Paul Maina KEN 2:11:22
2. Duncan Koech KEN 2:12:06
3. Joseph Kyengo Munywoki KEN 2:12:17
4. Hosea Kipkemboi KEN 2:12:55
5. Hicham El Barouki MAR 2:17:36
6. Stephen Kiptoo Mutai KEN 2:18:51
7. Edwin Kimwetich Tarus KEN 2:21:05
8. Elias Sansar GER 2:25:25
9. Maciek Miereczko GER 2:25:53
10. Degefa Yohannese Lafebo ETH 2:28:22
Ergebnisse Marathon der Frauen:
1. Rose Jepchoge Maru KEN 2:33:05
2. Eunice Kioko KEN 2:33:59
3. Hisae Yoshimatsu JPN 2:36:02
4. Yoshiko Sakamoto JPN 2:38:29
5. Divina Jepkogei KEN 2:46:47
6. Christl Dörschel GER 2:56:09
7. Sandra Lehmkuhl GER 3:06:23
8. Sarah Haustein GER 3:08:00
9. Birgit Schönherr-Hölscher GER 3:10:19
10. Ira Schwefer GER 3:17:57

Helmut Winter