• Ein Plädoyer für den Darmstadt Cross 2017
    Ein Plädoyer für den Darmstadt Cross 2017 © Wilfried Raatz/ wus-media
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Ein Plädoyer für den Darmstadt Cross 2017 - Warum müssen Deutschlands beste Frauen und Männer nach Tilburg? LG Telis Finanz Regensburg

Regensburg, 12. September 2017 (orv) - „Der Darmstadt-Cross setzt weiterhin Maßstäbe. Und das schon mehr als dreißig Jahren. Erneut finden die EM-Qualifikationsrennen des DLV, aber auch für die Nachbarländer Schweiz und Österreich im Rahmen der bestens eingeführten Veranstaltung statt.

Integriert sind zudem ein weiteres Mal die Deutschen Hochschulmeisterschaften und das Finale im Deutschen Cross-Cup", schreibt Wilfried Raatz, Inspirator von Deutschlands bester Veranstaltung im tiefen Geläuf in seiner ersten Vorschau auf das Ereignis am 26. November diesen Jahres.

Wer sich dann die Nominierungsrichtlinien des Deutschen Leichtathletik-Verbandes für die diesjährigen Cross-Europameisterschaften anschaut, muss erneut feststellen, dass deutsche EM-Cross-Aspiranten im Frauen- und Männerbereich zur Qualifikation nach Tilburg reisen müssen, wo gleichzeitig ein internationaler Crosslauf stattfindet.

Muss das so sein?

Der DLV begründet diese Maßnahme damit, die Qualität seiner EM-Interessenten mit dem Nachweis einer Platzierung im Vorderfeld von Tilburg hinterlegen zu müssen. Das kann man als richtig betrachten, man muss es aber aus verschiedensten Gründen nicht unbedingt.

Für die absolute Laufspitze Deutschlands um Richard Ringer und co könnte der Start in der Slowakei durchaus eine gute Abwechslung im Kilometer intensiven Grundlagentraining sein. Diese in Deutschland sehr dünne Schicht braucht keine substanzraubende Qualifikation. 2013 hat der damalige Teamleiter Wolfgang Heinig seine Besten einfach auf Grund ihres Straßenlauf-Ekiden-Einsatzes in Japan nominiert und ist gut damit gefahren.

Es war der beste Männerauftritt der letzten 10 Jahre. Auch die Läufergarde dahinter braucht Anreize. Ein Start im Nationaltrikot könnte kein besserer sein. Eigentlich steht der DLV als einer der führenden europäischen Verbände in der Pflicht, bei einer mannschaftslastigen Cross-EM mit kompletten Teams anzutreten, auch bei Frauen und Männern.

Deutschland hat nicht gerade mehr viele gute Crossläufe. Crossveranstaltungen aufzubauen, ist eine extrem schwierige und kostenintensive Sache. Eigentlich ist Darmstadt für den deutschen Crosslauf so etwas wie das ISTAF auf der Bahn.

Es ist geradezu grob fahrlässig, diese Veranstaltung mit der bewussten Wegnahme von Deutschlands besten Läufer/Innen zu torpedieren. Mit einer nationalen EM-Qualifikation in den Hauptläufen der Frauen und Männer würde Darmstadt weitere Qualität aus dem Ausland anlocken. Das nennt man eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Fragt man Kurt Ring, Teamchef der laufstarken LG Telis Finanz Regensburg, wo denn die Reise seiner Schützlinge am 26. November hingehen soll, bekommt man eine unmissverständliche Antwort: „Ich werde allen meinen Athleten/Innen empfehlen, nach Darmstadt zu fahren. Wir sind uns einig, dass eine deutsche EM-Qualifikation, noch dazu auf Kosten der Vereine, nicht im Ausland stattzufinden hat."

In Darmstadt hofft man natürlich, dass weitere Läuferinnen und Läufer dem Beispiel Regensburg folgen werden, nicht zuletzt zum Wohle der deutschen Laufszene.

Quelle: (orv) LG Telis Finanz Regensburg

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