• Petro Mamu am Hochfelln
    Petro Mamu am Hochfelln © Wilfried Raatz/ wus-media
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Neuer Dopingfall im Berglauf - Berglauf-Langdistanz-Weltmeister Petro Mamu wegen eines verbotenen Asthma-Medikaments überführt - Wilfried Raatz berichtet

Dem Eritreer wird der WM-Titel von Premana (Italien) aberkannt und für neun Monate gesperrt

Er ist in der leider inzwischen schon (zu) langen Liste der wegen Dopings suspendierten Athleten aus Afrika kein Einzelfall, dennoch zeigen die positiven Dopingkontrollen des Berglauf-Weltmeisters Petro Mamu (Eritrea) zu deutlich, dass das Doping-Kontrollsystem trotz der großen Maschen (sprich Lücken dank verbesserter Verschleierung) immer noch greift und gewiss auch nicht vor der „Randdisziplin“ Berglauf auch nicht Halt macht.

Vor wenigen Tagen haben wir über den Fall der Berglauf-Europameisterin Maude Mathys berichtet, die zur Einleitung einer Schwangerschaft Hormonpräparate eingenommen hatte und bei zwei Dopingkontrollen positiv getestet wurde. Nun rückt der positive Befund des Eritreers Petro Mamu ins Blickfeld.

Bei den Berglauf-Langdistanz-Weltmeisterschaften in Premana (Italien) gewann der 33jährige mit zeitweisem Lebensmittelpunkt in Österreich mit zwei Minuten Vorsprung vor dem Italiener Francesco Puppi und dem Schweizer Pascal Egli.

Diesen Titel muss Mamu ebenso abgeben wie so manches Preisgeld, das der starteifrige Ostafrikaner im Alpenraum in den letzten Wochen gewonnen hatte. Somit wird Puppi als neuer Weltmeister geführt, Rang zwei erhält Egli, auf Rang drei rückt nun der US-Läufer Tayte Pollmann auf.

Die nach der Disqualifikation von Petro Mamu erforderliche Siegerehrung soll bei den Langdistanz-Weltmeisterschaften 2018 in Polen durchgeführt werden.

Wie der Berglauf-Weltverband WMRA diese Woche mitteilte, wurde Mamu nach Rang fünf bei der Berglauf-WM (Normaldistanz) in Premana und dem Titelgewinn in der Folgewoche zweimal positiv getestet (IAAF Dopingsanktion Nr. 186). Festgestellt wurde eine Substanz, die im Normalfall bei Asthmapatienten verwendet wird.

Aufgrund seiner Kooperation mit der IAAF wurde die ursprünglich auf zwei Jahre festgelegte Sperre beginnend mit dem 30. Juli 2017 auf neun Monate reduziert. Es hat allerdings einen besonderen Beigeschmack, dass der Ablauf der Sperre rein zeitlich vor den Weltmeisterschaften 2018 und den Wettbewerben im Berglauf-World-Cup terminiert ist.

Mamu ist leider kein Einzelfall in der Berglaufszene, zuletzt wurde Elisa Desco als Weltmeisterin 2009 disqualifiziert.   

Vor dem Finale im Berglauf-World-Cup im slowenischen Ljubljana ergibt sich bei den Männern folgender Stand: Neuer Spitzenreiter ist nunmehr der Italiener Alex Baldaccini (345 Punkte) vor dessen Landsmann und neuen Langdistanz-Weltmeister Francesco Puppi (325), Petro Mamu (der nach Abzug der WM-Punkte auf nunmehr 300 Punkte kommt) sowie Xavier Chevrier (265) und dem Österreicher Simon Lechleitner (220).

Wilfried Raatz

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