• Citynacht auf dem Kurfürstendamm in Berlin
    Citynacht auf dem Kurfürstendamm in Berlin © Horst Milde
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Die 10 größten Zehner - 9 haben stattgefunden - Boom bei den Hindernisläufen schon vorüber. Der Laufmarkt - Dr. Roland Döhrn

Von den 10 größten Zehnern des vergangenen Jahres haben inzwischen 9 stattgefunden. Nur noch "the Great 10k" in Berlin steht aus, der im vergangenen Jahr der zweitgrößte Lauf über diese Distanz war.

In diesem Jahr wird die Rangliste ganz schön durcheinander gewirbelt. Der Berliner Citylauf hat zumindest bis jetzt den Führungsrang wieder erobert, An zweiter Stelle steht (noch) die Nummer 1 des Vorjahres, der Stadtlauf München.

Die letztjährige Nummer 4, der Alsterlauf Hamburg, wird sich wohl am Ende auf Rang 9 wiederfinden. Ernneut weiter vorgerückt sind der Paderborner Osterlauf (am Ende wohl Rang 4), der Kiel-Lauf (wohl Rang 5) und der Hannover Marathon (wohl Rang 6).

Unbeantwortet ist immer noch die Frage: Warum gibt es in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Ländern keinen wirklich großen Zehner mit einer Beteiligung im fünfstelligen Bereich?

Am vergangenen Wochenende fanden gleich mehrere große Laufveranstaltungen statt. Die Teilnehmerbilanz war alles andere als gut; Nur wenige konnten Zuwächse verzeichnen.

Über die Gründe, weshalb sich die Rückgänge so häuften, kann ich im Moment nur spekulieren. Die ohnehin eher flache Grundtendenz könnte durch das unbeständige und bereits sehr herbstliche Wetter der vergangenen Woche noch zusätzlich belastet worden sein.

Am härtesten traf es den Alsterlauf in Hamburg, der gut 20% gegenüber 2016 verlor. Beim Marathon in Münster retteten die Staffelläufer die Bilanz noch halbwegs, bei den Einzelläufern gab es einen Rückgang um gut 10%.

Noch ein subjektiver Eindruck zum bisherigen Laufjahr: Das Wachstumssegment der vergangenen Jahre waren die Hindernisläufe. Es scheint mir aber, dass der Boom schon vorüber ist.

Bei den etablierten dominieren Rückgänge bei den Teilnehmerzahlen; einige Veranstalter haben zudem aufgegeben oder pausieren. Es gibt zwar einige neue Veranstaltungen, so am kommenden Wochenende der Fishermen's Friend Strongman in Köln.

Aber allem Anschein nach längst nicht mehr alles umsetzen, was an neuen Events geplant war. Vielleicht sind die organisatorischen Ansprüche auch zu hoch.

Meine Schätzung lautet jedenfalls: Man muss froh sein, wenn das Vorjahresergebnis gehalten wird.

Mit dem ersten September-Wochenende hat die Herbstsaison bei den Laufveranstaltungen begonnen. Wie der Marktindex zeigt, ist der große Schub bei den Teilnehmerzahlen bisher ausgeblieben.

In der Summe gab es bisher keinen Zuwachs im Vorjahresvergleich, und weniger als die Hälfte der Veranstaltungen erzielte überhaupt ein Plus. Etwas aufpoliert werden könnte das Jahresergebnis allein noch durch einige neue Veranstaltungen bzw. solche, die 2016 nicht stattfanden.

Aber da muss man auch einige Absagen gegenrechnen.

Übrigens: gemessen an den Teilnehmerzahlen des Vorjahres ist die Saison zu gut 60% gelaufen.

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Quelle: Laufmarkt - facebook
Dr. Roland Döhrn
 
Laufmarkt