• Die Läufer unterwegs
    Die Läufer unterwegs © Wilfried Raatz/ wus-media
  • © Wilfried Raatz/ wus-media
  • © Wilfried Raatz/ wus-media
  • © Wilfried Raatz/ wus-media
  • | ERGEBNISSE

Der SwissCityMarathon 2017 schreibt weiterhin Rekordzahlen- Ruhiges Herbstwetter führt zur neuen Finisher-Bestmarke – Bei seiner Marathonpremiere wird Fabian Anrig Schweizer Meister - Wilfried Raatz berichtet

Heimspiel für Franziska Inauen führt zum Titelgewinn – Gastland Deutschland glänzt durch Boston-Marathon-Siegerin Charlotte Teske, GRR-Chef Horst Milde und dem Comedy-Duo Oropax

Das Wetter spielte erfreulicherweise weitgehend mit, denn die Prognosen verhießen wenig Gutes bei der elften Auflage des SwissCityMarathon in Luzern.

Doch das Glück war bei den Tüchtigen, diesmal bei der Rekordzahl von 11.000 Laufbegeisterten und einer Organisation, die mit Fleiß, Fingerspitzengefühl für viele Details und enorme Umsicht einmal mehr eine Veranstaltung vom Feinsten auf die Beine zu stellen wußte.

«Aus organisatorischer Sicht ist der Lauftag erfreulich verlaufen», sagt Swiss-CityMarathon-Geschäftsführer Reto Schorno. «Mit dem Wetter hatten wir Glück, dass es ruhiger blieb als erwartet, insbesondere was den Wind betraf».

Damit war letztlich auch der Weg bereitet für eine neue Rekordbeteiligung. Mit 11.518 Anmeldungen wurde schon vor Laufbeginn eine neue Höchstmarke erreicht, unter dem Strich wurden im Ziel mit 10.187 noch nie so viele Finisher gezählt als bei der elften Auflage des atmosphärischen Ausdauer-Spektakels am Vierwaldstättersees.

Nicht nur, dass Swiss Athletics zum dritten Mal in Folge den Machern um Jost Huwyler, Reto und Beat Schorno die Schweizer Marathon-Meisterschaften übertrug, sondern mit 6.379 Halbmarathonläufern unterstrich der SwissCityMarathon in Luzern, dass er damit Spitzenreiter in der Schweiz ist.

Dabei gehen die Organisatoren einen eigenen Weg und verzichten auf die Verpflichtung von Spitzenläufern, sondern verstehen sich als Breitensportereignis, bei dem natürlich Spitzenleistungen willkommen sind, aber keineswegs gefordert werden. 

Und noch ein Plus können die Luzerner Organisatoren vermelden: Trotz nicht gerade «Goldenem Oktober»-Wetter waren viele Hotspots der Strecke durch Luzern und Horw bestens besucht, die Stimmung ehedem aus Tradition heraus prächtig.

Viele Bands, natürlich an vielen Stellen schweizerisch eingefärbt, taten ein Übriges, dass die Läufer bestens angefeuert wurden. Unter dem Stichwort «Deutschland willkommen» war das lauffreudige Nachbarland im Norden als Gastland besonders gefeiert. «Ich betrachte es als ein großes Privileg und besonderen Ausdruck unserer gegenseitigen Wertschätzung», so der Deutsche Botschafter Dr. Norbert Riedel, «dass Deutschland erstes Gastland beim SwissCityMarathon in Luzern sein darf!»

Allerdings auf der sportlichen Ebene erwiesen sich die die deutschen Starter als betont eher zurückhaltend, denn die Tagessiege gingen vorrangig an die Schweiz. Eigentlich auch nicht verwunderlich, wenn parallel zum großen Laufspektakel am Vierwaldstättersee die besten deutschen Marathonläufer beim Frankfurt-Marathon ermittelt wurden.

Mit Charlotte Teske, der Boston-Marathon-Siegerin des Jahres 1982 und im gleichen Jahr zudem auch Siegerin des Luzerner Stadtlaufes, dem langjährigen Racedirektor des Berlin-Marathon und GRR-Vorsitzenden Horst Milde sowie dem Comedy-Duo Oropax waren allerdings exzellente Vertreter vor Ort und konnten sich zudem auch von dem außergewöhnlichen Standard der Vorzeigeveranstaltung von Swiss Athletics überzeugen.

Zum dritten und letzten Mal fanden im Rahmen des SwissCityMarathon die Schweizer Meisterschaften statt. Dabei gab es gewiß eine ordentliche Überraschung:

Bei seiner Marathonpremiere fand sich der 30jährige Grundschullehrer Fabian Anrig aus Uster plötzlich auf dem obersten Podium bei der Siegerehrung wieder, denn er gewann in 2:27:22 Stunden nicht nur die elfte Auflage des SwissCityMarathon, sondern auch die Schweizer Meisterschaft. «Auf der ersten Runde lief ich ruhig an zweiter Position in meinem Tempo. «Den Sieg hatte ich schon im Hinterkopf und bin überglücklich, dass ich gewonnen habe!» Mit einem Rückstand von vier Minuten wurde Simon Schäppi (2:31.42) Zweiter vor Jari Pillar (2:33.37).

Luzernerin Franziska Inauen wird Marathon Schweizermeisterin

Für die gebürtige Luzernerin Franziska Inauen wurde der Lauf durch ihre Heimatstadt zum Triumphzug, denn die 31jährige gewann zum zweiten Mail den SwissCityMarathon – und erstmals die Schweizer Meisterschaft. In 2:52:49 Stunden lag sie deutlich vor der Konkurrenz, die von Nicole Lohri (3:05:08) und Isabell Grindrat-Keller (3:05:39) angeführt wurde. «Es war einmalig! Ich ging voller Vorfreude an den Start und freue mich natürlich sehr, dass es zum Sieg gereicht hat!»

In einem spannenden Halbmarathonrennen setzte sich letztlich der auch in der Berglauf-Nationalmannschaft international eingesetzte Daniel Lustenberger in 1:10.19 Stunden mit einem hauchdünnen Vorsprung von vier Sekunden vor Laurent Schaller und Manfred Jauch (1:11:40) durch.

Bei den Frauen siegte wie bereits im Vorjahr Sabine Hauswirth. Die OL-Spezialistin blieb als einzige Frau mit 1:19:47 noch unter der 1:20-Stunden-Marke. Auch dahinter wurde es ziemlich eng: Als Zweite und Dritte lagen Flavia Stutz (1:20:08) und Nina Derron (1:20:58) dichtauf.

Erstmals in diesem Jahr wurde über die 10 Kilometer Distanz anstelle des bisherigen 5 Mile Run. Die Premierensieger sind Jens-Michael Gossauer (31:43) und Michèle Gantner (36:38).

Wilfried Raatz