• Adrian Lehmann in Berlin auf den letzten Metern vor dem Ziel
    Adrian Lehmann in Berlin auf den letzten Metern vor dem Ziel © Horst Milde
  • Adrian Lehmann glücklich als 16. mit einer Laufzeit von 2:15,12
    Adrian Lehmann glücklich als 16. mit einer Laufzeit von 2:15,12 © Swiss Athletics
  • Urs Ott kurz vor dem Ziel in Berlin  - Zeit für ein Foto muss sein.
    Urs Ott kurz vor dem Ziel in Berlin - Zeit für ein Foto muss sein. © Dorothee Ott
  • Urs Ott auf dem Vierwaldstätter See
    Urs Ott auf dem Vierwaldstätter See © Horst Milde
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Unsere Reise zum Berlin-Marathon 2017 - Unterstützung für Adrian Lehmann und für Urs Ott. Von Dorothee Ott

Dorothee Ott schreibt einen Beitrag für den Fan-Club von Adrian Lehman (SUI) und über ihre Erlebnisse beim Berlin-Marathon 2017. Sie unterstützen natürlich als Schweizer ihren Landsmann Adrian Lehman (der 16. wurde), der sich für die EM in Berlin 2018 qualifizieren will.

Da Urs seinen ersten Marathon schon in Berlin lief, wollte er auch seinen letzten (mal sehen, ob es wirklich der letzte sein wird!) auch dort absolvieren.

Insbesondere planten wir diese Reise, nachdem wir erfahren hatten, dass Adrian Lehmann (begleitet von seinen Eltern, aber auch einigen weiteren Unterstützer/innen) dort versuchen würde, die EM-Limite für die EM in Berlin (!) 2018 zu erreichen.

So wollten wir einerseits selbst Teil des Marathon-Geschehens sein (natürlich Urs viel mehr als ich!!!), andererseits aber so gut wie möglich mithelfen, Adrian zu ‚pushen‘.

Was für eine schöne Überraschung: Wir trafen am Flughafen Basel ein (Freitag Vormittag) und trafen dort auf Lehmanns, zusammen mit Marcel Berni! So verbrachten wir eine kurze Zeit mit ihnen, bevor der Flug los ging, sowie dann noch am Gepäckband in Berlin, wo wir uns verabschiedeten und den jungen Spitzenläufern (von denen wir allerdings nur Adrian etwas kennen) alles erdenklich Gute wünschten.

Marcel erwähnte, dass er selbst – und auch seine Mutter… - es nicht so lustig fänden, nicht mehr trainieren zu dürfen, dafür aber die ganze Zeit essen zu müssen… ;-)

Wir waren mit einer kleinen Ochsner-Sport Reisegruppe unterwegs. Gemeinsam gingen wir zur Läufermesse, um Urs‘ Startnummer abzuholen. Viele Menschen und erstes Kribbeln! Speziell dort war, dass ich am Stand des Luzern-Marathons ein Schweizer Fähnli ‚ergattern‘ konnte, welches wir nämlich daheim vergessen hatten…

Das war sehr freundlich von den beiden Herren dort am Stand, von denen einer der ehemalige OK-Präsident (Hansruedi Schorno) dieses Anlasses war. Herzlichen Dank nochmals auf diesem Wege (falls er es liest…)! Quasi als ‚Gegenleistung‘ meldeten wir uns direkt dort für den SwissCityHalbmarathon Lucerne Ende Oktober in Luzern an. 

In ganz Berlin schien es schon etwas unter den Gruppen von Läufern, die man überall beobachten konnte, zu ‚vibrieren‘. Hinzu kommt, dass Berlin einfach eine unglaublich geschichtsträchtige, interessante und teilweise auch wunderschöne Stadt ist, die dazu noch an recht vielen Orten viel Grün zu bieten hat. Auch spürbar war eine gewisse Anspannung im Hinblick auf die deutschen Bundestagswahlen.

Wir waren im Motel One am Hauptbahnhof untergebracht, ein idealer Standort, um von dort aus zum Marathon und an verschiedenste Orte in Berlin zu gelangen! Empfehlenswert! Auch einige der ‚politischen‘ Gebäude (u. a. Reichstag, Bundeskanzleramt oder auch die Schweizer Botschaft) sind von dort aus sehr schnell erreichbar.  

Am frühen Samstag Abend machten wir uns zum Hotel Intercontinental auf, wo die Besprechung der Helferinnen und Helfer für Adrian sowie Fabian Kuert bereits in vollem Gange war. Man spürte Ueli Lehmann die Spannung an, als er die verschiedenen Aufgaben verteilte… Ausserdem hatten wir leider gerade erfahren, dass einige vom Fanclub, die am Freitag anreisen wollten, nicht kommen konnten, da ihr Flug (nach mehrstündigem, sicher hoffnungsvollem…) Warten gestrichen wurde und alle Flüge ab Zürich bereits ausgebucht waren.

Das tat uns unglaublich leid für die Betroffenen! Und so kam es, dass Ueli eine Person bei Kilometer 38 fehlte, die Adrian (und etwas später die anderen) anfeuern und mithelfen sollte, ihn bzw. sie alle zum Ziel zu ‚tragen‘. Das passte doch gar nicht mal sooo schlecht zu meinen eigenen Plänen, dachte ich spontan und meldete mich, dass ich ab kurz vor 11.15 dort stehen und mir die Lunge aus dem Hals schreien würde… ;-) (Was ich dann auch tat! War ein super Gefühl!)

Der Plan, wie ich Urs am besten sehen und unterstützen konnte, wurde also kurzerhand etwas geändert, was wir aber beide sehr gern taten!

Unsere Reisegruppe traf sich anschliessend zum Abendessen und bei dieser Gelegenheit durften wir Tadesse Abraham persönlich begrüssen und die Grüsse von Lehmanns und Adrians Fanclub überbringen, worüber sich Tadesse sichtlich freute.

Am Sonntag früh überwogen die ernsten, konzentrierten Gesichter bei den Läufern in unserem Hotel. Ideale Renn-Temperatur, allerdings mit hoher Luftfeuchtigkeit; später fing es dann tatsächlich an zu regnen, hörte wieder auf, regnete wieder etwas – das ist für die Spitzenläufer natürlich nicht so toll. Trotzdem erreichten sie Top-Leistungen!!! Hut ab!

Urs begleitete eine Bekannte und mich bis zu Kilometer 6, wo er noch vor seinem eigenen Start mithelfen wollte, ‚unsere‘ Schweizer anzufeuern… Und da kamen sie auch schon! Wow, dieses Tempo!!! So riefen wir so laut wir konnten, schwenkten das CH-Fähnli und danach ging es für Urs an den Start – er musste sich sogar beeilen, um noch rechtzeitig dort anzukommen. Mirjam und ich machten uns auf den Weg zum Potsdamer Platz, wo wir uns bereithalten wollten, um Adrian bei ca. Kilometer 38 mit aller Kraft anzufeuern.

Nach längerer Wartezeit (an trockenem Ort mit einem Getränk angenehm verbracht…) sahen wir dann auch schon die Spitzenläufer, Adrian recht vorn mit dabei! Super!

Dann konzentrierte ich mich darauf, Urs auch in der grossen Läufermenge auszumachen, was mir fast am selben Ort wie vorher bei Adrian auch gelang. Urs lief es auch überraschend gut, denn er konnte praktisch durchgehend in seinem Tempo laufen, ausser einigen Minuten des Wartens auf ein frei werdendes WC-Häuschen… sowie um bei Kilometer 25 ein SMS an mich zu schreiben und beim Brandenburger Tor von einem Zuschauer ein ‚Starfoto‘ von sich schiessen zu lassen. Soweit die Mühen und Möglichkeiten eines Läufers am anderen Ende der Rangliste… ;-) (Nettozeit 4:55,25)

Wir hatten ‚versprochen‘, am Sonntag Abend noch zur ‚Läuferparty‘ zu kommen und machten uns gemeinsam mit einem jungen Mann aus unserer Reisegruppe entsprechend auf den Weg. Wow, toller Ort, recht gute Musik und viele Menschen!

Lehmanns begrüssten uns auch kurz und so konnten wir Adrian noch zu seinem hervorragenden 16. Platz mit einer Laufzeit von 2:15,12 persönlich beglückwünschen! Die Limite hatte er also ‚locker‘ geschafft! 

Wir blieben noch bis die Spitzenläuferinnen und –läufer aufgerufen, zur Bühne gebeten und kurz interviewt wurden. Als die Party richtig begann, verliessen wir das ‚Kosmos‘ und erreichten dann ca. um Mitternacht müde und glücklich unser Hotel. Den ganzen Montag verbrachten wir noch in Berlin und nach guter Heimreise waren wir dankbar, wieder zu Hause zu sein.

Wir haben uns den 12. August 2018 schon notiert, da dann der EM-Marathon in Berlin stattfinden wird. Mit 6 Schweizern unter den besten 50 am Sonntag, sowie Tadesse Abraham kann die Schweiz sicher eine schlagkräftige Mannschaft an den Start der Europameisterschaft 2018 in Berlin schicken.

Berlin war mal wieder eine Reise wert!

Dorothee Ott
 
PS zur näheren Erklärung dieses Beitrages: Bei einer Dampferrundfahrt auf dem Vierwaldstätter See kurz vor dem SwissCityMarathon Lucerne vor vierzehn Tagen sass lange Zeit bei verregnetem Wetter ein Mann draußen allein. Man kam ins Gespräch über und auf den letzten Berlin-Marathon 2017. Urs Ott war dort schon mehrfach in Berlin gelaufen - aber sein schnellerer Schweizer Kollege Adrian Lehmann auch.
Horst Milde