• Beim Zehner und beim Halbmarathon rückläufige Zahlen
    Beim Zehner und beim Halbmarathon rückläufige Zahlen © Horst Milde
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Der Laufmarkt 2017 bei facebook - Dr. Roland Döhrn - Beim Zehner und beim Halbmarathon rückläufige Zahlen - Schon vier witterungsbedingte Ausfälle

Mehr Teilnehmer bei den Walking Wettbewerben

Nicht nur beim Zehner und beim Halbmarathon sind für dieses Jahr rückläufige Teilnehmerzahlen zu erwarten.

Auch im Ultramarathonbereich ist - zumindest im Bereich der in der Laufmarkt-Datenbank erfassten Veranstaltungen - mit einem Minus zu rechnen, und dies jetzt bereits mit recht hoher Sicherheit.

Dieser Bereich ist zwar klein, war in den vergangenen Jahren aber stets kräftig expandiert. Schaut man in die sehr ausführliche Statistik der DUV, so ist das Bild dort etwas günstiger. Aber auch nach dieser Statistik nimmt die Beteiligung über in Kilometern fixierte Distanzen ab. Ein kräftiges Plus gibt es bei den in der Laufmarkt-Datenbank nicht aufgenommenen 6-Stunden-Läufen.

Ich muss gestehen, dass meine Buchführung nicht ganz auf dem aktuellen Stand war. Mit dem Glauchauer Herbstlauf (2016: knapp 500 Teilnehmer Halbmarathon und knapp 1000 Teilnehmer 10km) ist eine weitere Veranstaltung den Herbststürmen zum Opfer gefallen. Auch das wird sich auf die Jahresbilanz auswirken.

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Schon vor einigen Jahren hatte ich geschrieben, dass die Alterung der Bevölkerung die Walking-Wettbewerbe begünstigen wird. Denn Walken ist der Ausdauersport, der auch noch in fortgeschrittenem Alter betrieben wird.

Lange Jahre sah es so aus, als sei diese Prognose falsch. Inzwischen ist diese Tendenz aber deutlich zu erkennen. Bereits jetzt wird in der Laufmarkt-Datenbank das Vorjahresergebnis bei den Walking Teilnehmern um gut 2 Prozent übertroffen, und einige Wettbewerbe stehen noch aus. Ein Plus in der Größenordnung von 6 Prozent ist möglich.

Der Marktindex hat sich am vergangenen Wochenende wieder etwas verschlechtert. Momentan steht er bei einem Teilnehmerminus von rund 0,5 Prozent.

Beachtet man ferner, wie letztens berichtet, dass es bei den Firmenläufen weiter aufwärts geht, haben also die traditionellen Straßenläufveranstaltungen weiter verloren.

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Eine Konsequenz des vergangenen stürmischen Wochenendes war wohl auch, dass es inzwischen ziemlich unwahrscheinlich ist, dass beim Marathon und auch beim Halbmarathon die Beteiligung des Vorjahres erreicht wird.

Beim Marathon schlägt insbesondere die etwas schwächere Beteiligung in Frankfurt, aber auch der Wegfall des Braunschweiger Marathons zu Buche. Beim Halbmarathon stand die Bilanz ohnehin schon leicht im Minus, wenn auch nach den recht guten Teilnehmerzahlen bei den Oktoberveranstaltungen nicht mehr sehr stark.

Nun fehlen die Teilnehmer aus Braunschweig, und auch der Röntgenlauf hat stark verloren. Da muss es bei den verbleibenden Läufen schon besonders kräftige Zuwächse geben, was sich aber nicht abzeichnet.

Das war ein stürmisches Wochenende, mit Konsequenzen für einige Laufveranstaltung. Der Langlauftag in Braunschweig (volles Programm von 5 km bis Marathon) wurde ebenso abgesagt wie die Cross-Callenge, die in der Nähe von Potsdam ausgetragen wird.

Damit gibt es 2017 nunmehr schon vier witterungsbedingte Ausfälle von in der Laufmarkt-Datenbank erfassten Veranstaltungen, was einer Ausfallsquote von fast 1% entspricht..

Das erste Segment des Laufmarktes, bei dem das Jahresergebnis schon feststeht, sind die Firmenläufe. Bei den in der Datenbank enthaltenen Läufe wurde 2017 knapp 280:000 Finisher gezählt.

Hinzu kommen einige große Läufe ohne Zeitnahme und zahlreiche kleinere Veranstaltungen, deren Zahl immer noch stiegt. Inzwischen kann man sagen: Kaum noch eine größere Stadt ohne Firmenlauf.

Alles in allem schätze ist, dass die Beteiligung 2017 nahe der halben Million liegt. Sechs Läufe kamen in diesem Jahr übrigens auf mehr als 10.000 Finisher, wenn auch einige bereits an Grenzen gestoßen sind. Insgesamt hat sich der Zuwachs inzwischen aber deutlich verlangsamt.

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Ein faszinierender, nahezu linearer Anstieg!
 

Betrachtet man die Entwicklung differenziert nach Distanzen, so hat sich insbesondere die Situation beim Halbmarathon etwas aufgehellt: Wenn es ein Minus gibt, wird es wohl sehr klein sein.

Ungünstiger stellt sich die Lage inzwischen beim Marathon dar: Beim Oldenburg-Marathon hat man die Marathon-Distanz gestrichen, und der Schlaubetal-Marathon musste wegen Sturmschäden an der Strecke abgesagt werden.

Beide gehören zwar nicht gerade zu den großen Läufen, aber selbst dieses Minus von zusammengenommen nicht ganz 400 Teilnehmern reicht, um die Bilanz ins Minus zu bringen.

Die entscheidende Größe ist jetzt der Frankfurt Marathon. Gibt es hier ein Minus, verhagelt es die Jahresbilanz, während ein Plus zumindest eine Stabilisierung der Teilnehmerzahl erwarten lässt.

Auf meiner Homepage www.laufmarkt.de findet man sowohl neue Statistiken zu den größten Läufen und Veranstaltungen als auch den aktuellsten Marktindex. Er zeigt jetzt schon seit einigen Wochen ein leicht Besserung, liegt aber immer noch im negativen Bereich.

Dank einiger neuer Veranstaltungen könnte sich die Jahresbilanz noch leicht ins Plus drehen.

Ein nennenwertes Plus ist aber nicht zu erwarten.

Quelle: Laufmarkt - facebook
Dr. Roland Döhrn
 
 

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