• Das Berliner Olympiastadion
    Das Berliner Olympiastadion © Horst Milde
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Das zähe Spiel um das Berliner Olympiastadion

Der Berliner Tagesspiegel berichtet heute von neuen Plänen von Hertha BSC das Berliner Olympiastadion zu demolieren. In den Jahren 2000 bis 2004 wurde das Olympiastadion unter Beibehaltung des Sportbetriebs nach Entwürfen des Architekturbüros Gerkan, Marg und Partner für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 grundlegend umgebaut und modernisiert. Bei den Umbauarbeiten waren die konservatorischen Belange des Denkmalschutzes zu beachten!

Schon oft haben wir auf dieser website vom Plan des Fussball-Bundesligisten Hertha BSC berichtet, der das legendäre Berliner Olympiastadion - ohne Rücksicht auf Verluste - zu einem Fussballstadion umbauen will.

Das naive Argument war immer: "Es muss lauter und steiler sein" damit will man ein funktionsfähiges Stadion, das Weltruf geniesst - und vor einigen Jahren mit Millionenaufwand  von Steuerngeldern fit gemacht wurde für das WM-Finale der Fussballer, für die WM der Leichtathletik - und jetzt für die Europameisterschaften 2018 der Leichtathleten.

Das reicht aber den Fussballern nicht, die im hinteren Mittelfeld der Bundesliga herumkrebsen. Heute sind sie mit neuen Plänen an die an die Öffentlichkeit gekommen. Der Berliner Senat verhält sich "grenzwertig", weil er die Macht des Fussballs fürchtet, keine Rücksicht nimmt auf den Denkmalschutz und Warnungen von Fachleuten, wegen der hohen Kosten, nicht beachtet.

German Road Races hat sich immer wieder vehement gegen diese Pläne des Fussballs ausgesprochen, zerstört doch Hertha und der Senat mutwillig ein wichtiges Aushängeschild - ein Denkmal - dieser Stadt, ohne die Berliner- und deutsche Bevölkerung zu fragen und in die Diskussion einzubeziehen und auch überhaupt nicht das internationale negative Echo zu beachten.

Der Berliner Tagesspiegel schreibt heute mit der Überschrift: "Zähes Spiel ums Stadion" - Soll das Olympiastadion umgebaut werden? Darf Hertha auf eigene Kosten eine neue Arena bauen? Hier geht es zum Artikel: Hertha BSC will Stadion zur Hälfte im Erdreich versenken

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) ist hier natürlich der erste Ansprechpartner, wenn er nicht das letzte funktionsfähige Leichtathletik-Stadion in Deutschland, das den Ansprüchen der IAAF genügt, verlieren will. Hier müssen weitere hochkarätige Leichtathletikveranstaltungen stattfinden, damit die Öffentlichkeit merkt, das es die Leichtathletik noch gibt. Die Aussage des DLV vor kurzem,  die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 2019 im Olympiastadion  stattfinden zu lassen, ist zumindest ein Anfang, um zu verhindern, daß das legendäre Stadion von Hertha "zerlegt" wird.

Wir bleiben am "Ball" - bzw. am Stadion.

Horst Milde

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