• ASICS Grand 10 Berlin  - Premiere - Start am Charlottenburg Schloss
    ASICS Grand 10 Berlin - Premiere - Start am Charlottenburg Schloss
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BERLIN LÄUFT! Deutsche Jahresbestzeit bei ASICS Grand 10 Premiere - Seit dem 12.Oktober ist Deutschlands Straßenlaufszene um eine Attraktion reicher. Beim Debüt des ASICS Grand 10 Berlin gingen 5336 Laufbegeisterte an den Start. Ulrike Maisch siegte. André Pollmächer lief Jahresbestzeit. Volker Schubert berichtet

Da starteten beim „Berlin läuft...25 km“ 8142 Läufer erstmals unter gleichem Label – zudem die Rettung des vor dem Aus stehenden „Franzosenlaufs“, der in den Achtzigern als „25 km de Berlin“ international berühmt wurde.

„Es war super, jederzeit wieder“, so Leichtathletikstar Dieter Baumann am 12.Oktober vor Kamera und Mikrophon zum Hauptstadtsender „Radio Berlin Brandenburg“ (RBB). Ein Interview, das der 43-Jährige, wie das zeitgleiche Bad inmitten der Fangemeinde, mit sichtlicher Freude auf den Lippen genoss. Zudem vor barocker Kulisse, denn Startlinie wie Zieleinlauf zum ersten „ASICS Grand 10 Berlin“, lagen auf dem kopfsteingepflasterten Vorplatz zum renommierten Schloss Charlottenburg.

Als Medienprofi Baumann im „akzentfreien“ Schwäbisch Profi-Lauftipps schwätzte und wohlmeinend den Streckenverlauf kommentierte, strömte gerade die Masse des Hauptfelds ins Ziel. Noch ganz außer Atem, rückte sich da manch schweißnass Gebadeter der 5.336 Laufenthusiasten telegen in Positur. Um sich nicht ohne Stolz als Finisher - mit frisch geprägter „Grand-10-Silbermedaille“ um den Hals baumelnd - auf Augenhöhe mit Tübingens international gekürtem Sportidol zu präsentieren.       

Gut eine Stunde zuvor war der einzige deutsche 5000-Meter-Olympiasieger (Barcelona 1992) als Promi-Läufer die zehn Kilometer im lockeren Fünfer-Schnitt vom Schlossplatz aus durch Deutschlands größte Metropole „gejoggt“. Gewissermaßen eine baumannsche Extratour, die der Veranstalter  „Berlin läuft!“ als Werbefeldzug zum neuen Hauptstadtlauf da orchestrierte - dem zweiten Großvorhaben des Event-Newcomers. Bereit im Mai sorgten die Initiatoren, Race-Director Gerhard Janetzky und Organisationschef Christoph Kopp, für Schlagzeilen.

Da starteten beim „Berlin läuft...25 km“ 8142 Läufer erstmals unter gleichem Label – zudem die Rettung des vor dem Aus stehenden „Franzosenlaufs“, der in den Achtzigern als „25 km de Berlin“ international berühmt wurde. Eine One-Man-Show war die Image-Vorhut von ASICS-Botschafter Baumann allerdings nicht. Fünf Minuten vor dem „scharfen Rennen“ wurde Schwabens Lauf-Ass von einer sechsköpfigen Crew eskortiert. Mit im Sixpack, Laufkoryphäe Bernd Hübner. „Hübi“, Animateur beim RBB-Lauftreff, ist weit über Berlins Grenzen hinweg als der Mann bekannt, der keinen Berlin-Marathon ausließ.  

Nach 2500 Metern Alleingang wurde Baumanns „Trimm-Trab-Phalanx“ vom Spitzenfeld geschluckt. Voran, Kenianer Simon Kasimili, der frühzeitig Tempoinitiative ergriff. Im Schlepptau, Landsmann John Mutai und die deutsche Läuferhoffnung André Pollmächer (LAC Chemnitz). Kasimilis frühzeitiger Ausreißversuch hatte Folgen: ab Kilometer sechs musste Mutai abreißen lassen. Dafür meldete sich Pollmächer nach einjähriger Race-Abstinenz gut in Form zurück.

Im Ziel verlor der 25-Jährige Sachse in deutscher Jahrsbestzeit, 28:48 Minuten, lediglich vier Sekunden auf Siegläufer Kasimili (28:44 Minuten). Dritter wurde Mutai (29:25 Minuten). „Ich bin auf gutem Weg“, so Pollmächer im Ziel, der sich 2007 mit 27:55,56 Minuten für die WM in Osaka qualifizierte, dann aber verletzt pausieren musste. Die Frauenkonkurrenz dominierten deutsche Damen. So gewann Marathon-Europameisterin Ulrike Maisch (LAV Rostock) in 34:53 Minuten souverän vor Julia Viellehner (LG Passau/36:05min) und der aktuellen Tokio-Marathon-Siegerin, Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg/37:54min).

Wie Baumann zum RBB, schwärmte auch Claudia Montag (BDO-Lauftreff) im Ziel. „Die Atmosphäre war topp.“, sagte die 31-Jährige Berliner Rechtsanwältin begeistert über die Anfeuerungsrufe der 50 000 Zuschauer, „die Zoopassage ist genial“. So überzeugte die Grand 10-Premiere neben architektonischen Highlights, wie Charlottenburger Tor, Siegessäule und Theater des Westens, mit spektakulärer Streckenführung durch Berlins Zoo - vorbei an Nashorn, Wolf und Löwe.

„Weltweit ein Novum und typisch Berlin“, urteilte Montag, die als „No-Name-Läuferin“ ihr Zehn-Kilometer-Debüt bestritt und in 42:07 Minuten 11. Frau (Vierte W 30) wurde. Mit inoffiziellem Titel, „Ausdauerndste Rechtsanwältin Berlins“, so die ambitioniere Steuerjuristin schelmisch, die erst seit Mai systematisch trainiert. Wie Baumann, der für 2009 ein ernsthaftes Rennen plant, hat auch Montag ihr Ziel auf „dem schnellsten Marathon-Asphalt der Welt“ im Visier: „Beim Grand 10 die 40-Minuten-Schallmauer knacken“.

Volker Schubert