• Müller und sein 20-köpfiges Organisationsteam wissen, was sie den Läufern schuldig sind. Das Zweitageereignis gehört zu den größten Laufveranstaltungen in Süddeutschland, der Halbmarathon ist mit seinen 12 400 Teilnehmern der zweitgrößte Lauf in Deutschland
    Müller und sein 20-köpfiges Organisationsteam wissen, was sie den Läufern schuldig sind. Das Zweitageereignis gehört zu den größten Laufveranstaltungen in Süddeutschland, der Halbmarathon ist mit seinen 12 400 Teilnehmern der zweitgrößte Lauf in Deutschland © Stuttgarter Zeitung Lauf Organisation
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Stuttgarter Zeitung-Lauf - Der Stuttgarter Halbmarathon führt am 21. Juni nach einigen Kilometern durch die Innenstadt auch wieder durch Bad Cannstatt - Stefanie Keppler in der Stuttgarter Zeitung

STUTTGART. Die Veranstalter haben auf die Kritik im Vorjahr reagiert: Der Stuttgarter-Zeitung-Lauf wird im zweiten Teil durch Cannstatt führen. „Wir wollen eine bessere Stimmung", sagt der Projektleiter Gerhard Müller, der auf den Stadioneinlauf verzichten muss.

Eines vorneweg: auf das Wetter hat Gerhard Müller auch in diesem Jahr keinen Einfluss. „Ich muss mir die Kritik an der Hitze von 2008 noch immer anhören", sagt der Projektleiter des StZ-Laufes, „dass es im Juni heiß werden kann, damit müssen wir uns nun mal abfinden." Womit sich Müller jedoch nicht abfinden will, ist eine halbstündige Startverzögerung im Halbmarathon.

Die Verspätung war im vergangenen Jahr der Grund, weshalb viele Läufer beim Halbmarathon und bei den anschließenden Wettbewerben wegen hoher Temperaturen aufgeben mussten oder gar kollabierten. „Die Verzögerung im Zeitplan war der größte Kritikpunkt", sagt der 51-Jährige und verspricht für 2009: „So etwas darf nicht noch einmal passieren."

Müller und sein 20-köpfiges Organisationsteam wissen, was sie den Läufern schuldig sind. Das Zweitageereignis gehört zu den größten Laufveranstaltungen in Süddeutschland, der Halbmarathon ist mit seinen 12 400 Teilnehmern der zweitgrößte Lauf in Deutschland nach Berlin. Die Messlatte hängt hoch: Die 15. Auflage 2008 endete mit einem Teilnehmerrekord von 23 600 Läufern, Walkern, Inlineskatern, Rolli- und Handbikefahrern. Und auch in diesem Jahr sollen am 20. und 21. Juni wieder deutlich mehr als 20 000 Freizeitsportler nach Stuttgart kommen.

Nach der erfolgreichen Premiere der Halbmarathonstrecke durch die Innenstadt gab es allerdings einiges zu verbessern. Müller und sein Team arbeiten seit Wochen auf Hochtouren an den Planungen. Hier die wichtigsten Änderungen in diesem Jahr:

1. Attraktivere Streckenführung: Die neue Strecke (siehe Karte) entlang der Stuttgarter Sehenswürdigkeiten und über den Schlossplatz begeisterte die Halbmarathonis, allerdings zeigte sich der Nachteil erst gegen Ende. Auf den abschließenden Kilometern durch die Wangener Straßenschluchten, in denen sich die Hitze aufstaute, quälten sich viele Läufer fernab von Zuschauern nur mit letzter Kraft durch. Hier hat der veranstaltende Württembergische Leichtathletik-Verband (WLV) nachgearbeitet: Das zweite Teilstück führt dieses Mal auf dem Rückweg ein zweites Mal durch den Schwanenplatztunnel über den Neckar und kehrt anschließend auf den Kilometern zwölf bis 18 zurück in die Bad Cannstatter Innenstadt.

„Bad Cannstatt hat sich bewährt und war entlang der alten Strecke immer der Stadtteil mit der besten Stimmung", erinnert sich Gerhard Müller. Angenehmer Nebeneffekt: die Strecke wird wieder etwas flacher, denn die Steigungen entlang der Urbanstraße fallen weg. Auf der neuen Streckenvariante durch Cannstatt sollen sich die Athleten mit Hilfe der Zuschauer genügend Motivation für die letzten Kilometer bis zum Ziel holen.

2. Zieleinlauf nicht im Stadion: Der Zieleinlauf in die Mercedes-Benz-Arena und damit eine der Hauptattraktionen des Laufes fällt in diesem Jahr weg. Der VfB beginnt seine Umbauarbeiten unmittelbar nach der Bundesligasaison im Mai. Beim StZ-Lauf-Wochenende am 20. und 21. Juni wird die Tartanbahn im Innenraum schon abgerissen sein. Der WLV plant den Zieleinlauf 2009 auf der Mercedesstraße zwischen Mercedesmuseum und Fritz-Walter-Weg. Dort werden Tribünen und eine Videoleinwand aufgebaut. Sie sollen Stadionatmosphäre liefern. „Das wird kein hundertprozentiger Ersatz, wir wollen aber das Beste daraus machen", sagt Müller. Für 2010 hofft er, wieder ins Stadion einlaufen zu können. Allerdings soll die Fußballarena erst 2011 fertiggestellt werden. Die Aktionsmeile entlang der Mercedesstraße vor dem Stadion bleibt bestehen und wird neben der Läufermesse in der Schleyerhalle einer der Anziehungspunkte sein.

3. Keine Inline-Halbmarathonstrecke:
Die Inlinefahrer werden in diesem Jahr enttäuscht sein: Der WLV bietet keine Halbmarathonstrecke mehr an - auch keine abgespeckte Version über 18 Kilometer. „Wir setzen 2009 diesen Wettbewerb aus, da wir keine gute und sichere Halbmarathonstrecke durch die Stadt gefunden haben", fasst Müller die Gespräche mit den Behörden zusammen. Bereits im vergangenen Jahr haben sich die Inlineskater an den Rand gedrängt gefühlt, weil keine geeignete Innenstadtstrecke gefunden worden war und sie abseits der Zuschauer und zu einem ungünstigen Zeitpunkt fahren mussten. Die Absage sei keine endgültige Entscheidung, sagt der WLV-Projektleiter mit Blick auf die Inlinefahrer.

4. Neuer Staffelwettbewerb: Neu im Programm ist ein Staffelwettbewerb für drei Läufer, die jeweils sieben Kilometer im Halbmarathon absolvieren. Neben einer offenen Wertung für Firmen oder Gruppen will der WLV damit vor allem zwei Zielgruppen ansprechen: Schüler und Jugendliche, die aus dem Minimarathon-Alter herausgewachsen sind und eine neue Herausforderung suchen, für die aber der Halbmarathon noch zu lang ist. Und Familien, die generationenübergreifend an einem Wettkampf teilnehmen wollen. Voraussetzung: es müssen ein Minderjähriger und zwei Generationen einer Familie teilnehmen. Müller rechnet mit bis zu 500 Teams in dem neuen Wettbewerb.

Das Zwischenfazit: Der WLV sucht nach neuen Wegen, um auch in Zukunft attraktive Wettbewerbe zu bieten und auf Wachstumskurs zu bleiben.

Ganz nach dem Motto: Stillstand ist Rückschritt.

Stefanie Keppler in der  Stuttgarter Zeitung,
vom Freitag, dem 30. Januar 2009

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