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Dr. Roland Döhrn - Der Laufmarkt Newsletter November 2017 - Die Beteiligung an Laufveranstaltungen dürfte 2017, wenn überhaupt, dann nur sehr mäßig steigen!

Das Walking wird von der Alterung der Bevölkerung begünstigt wird, weil es jene Form des Sportes darstellt, die bis ins hohe Alter betrieben werden kann.

Ich habe gerade mit einem gewissen Schrecken festgestellt, dass in diesem Jahr erst zwei Newsletter erschienen sind und ich damit unter meinem mir selbst gesteckten Ziel bleibe.

Allerdings gibt es inzwischen ja auch eine Seite auf Facebook www.facebook.de/laufmarkt, auf der ich öfter – wenn auch hier nicht so oft, wie es sein könnte – kurze Nachrichten poste. Und manches, was ich jetzt hier schreibe, war so oder in abgewandelter Form schon mal auf meiner Facebook-Seite zu lesen.

Nun ist das Laufjahr 2017 fast abgeschlossen, so dass sich eine vorläufige Jahresbilanz anbietet. Die erste und wichtigste Erkenntnis: Die Beteiligung an Laufveranstaltungen dürfte 2017 wenn überhaupt, dann nur sehr mäßig steigen. Wenn man zugleich in Rechnung stellt, dass es bei den Firmenläufen immer noch beträchtliche Zuwächse gibt, heißt das auch, dass es bei den anderen Laufveranstaltungen mit der Beteiligung eher abwärts geht.

Diese Erkenntnis wird zwar im Laufe der kommenden Jahre noch etwas relativiert werden, da neue Veranstaltungen in der Regel mit Verzögerung Eingang in meine Datenbank finden.

Aber die Zeiten, in denen es kräftige Zuwächse bei – ich muss einschränkend sagen – gezeiteten Laufveranstaltungen gab, sind wohl vorbei. Dass im Gegenzug nicht-gezeitete Veranstaltungsformen an Bedeutung gewinnen, steht auf einem anderen Blatt, aber wie viele da wirklich mitmachen, weiß man naturgemäß nicht.

Die zweite Erkenntnis ist, dass die Schwäche bei den Teilnehmerzahlen alle „klassischen" Distanzen betrifft.

· Beim Marathon dürfte die ohnehin nicht allzu starke Beteiligung aus dem Vorjahr nicht ganz erreicht werden. Dass es nicht noch schlimmer kam, ist in erster Linie dem kräftigen Plus beim Berlin-Marathon zu verdanken, hinzukommen nach einigen Jahren ohne größere Gründungen einige neue Läufe. Allerdings sind erneut einige Läufe vom Veranstaltungskalender verschwunden.

· Beim Halbmarathon dürfte es trotz einiger Neugründungen ein Minus in einer Größenordnung von etwas mehr als 1 Prozent geben.

· Bei den Zehnern, einige Jahre das am stärksten wachsende Segment, zeichnet sich nun schon für das zweite Jahr in Folge in Minus ab, das etwa 3 Prozent betragen könnte. Allerdings kann sich bei den Zehnern das Bild in den verbleibenden Wochen des Jahres noch am ehesten ändern, da die zahlreichen Silvesterläufe ein hohes Gewicht haben.

Zu dem starken Minus trägt aber bei - und das ist nicht mehr zu korrigieren -, dass es bei den SportScheck Stadtläufen wohl aufgrund einer nochmals kräftigen Anhebung der Startgelder durch die Bank - alle Veranstaltungsorte und alle Distanzen - spürbare Rückgänge der Teilnehmerzahlen gab.

Zu dem zu erwartenden schwachen Jahresergebnis trägt auch bei, dass ein Wachstumssegment der vergangenen Jahre ins Straucheln geraten ist. Bei den Hindernis - oder wer die Bezeichnungen lieber mag OCR-Läufen - zeichnet sich ein Minus ab. Die Gründe sind mannigfaltig: Absagen mancher Veranstaltungen, zum Teil weil die Veranstaltungsorte nicht mehr zur Verfügung stehen, in einem Fall auch, weil der Veranstalter ein Jahr pausiert.

Zum Teil gab es deutliche Teilnehmerrückgänge, wozu die inzwischen sehr hohen Startgeldern liegen beitragen dürften. Hinzu kommen zwei aus Witterungsgründen abgesagt
Veranstaltungen.

Dies alles konnten die neuen Veranstaltungen, dies es auch in diesem Jahr gab, nach jetzigem Kenntnisstand nicht ausgleichen.

Ich thematisiere schon seit einiger Zeit die Folgen „Extremer Wetterbedingungen" (Sturm, Hitze, Hochwasser, Eis) für Laufveranstaltungen. Ich bin nach wie vor vorsichtig, wachsende negative Wirkungen des Klimawandels zu konstatieren. Aber das Jahr 2017 steuert auf einen neuen traurigen Rekord zu: Bereits fünf Laufveranstaltungen wurden abgesagt: Bereits im Februar musste „No Guts no Glory", eine OCR-Veranstaltungen, wegen Sturmschäden an der Strecke ausfallen, und der angekündigte Nachholtermin Oktober (steht auch immer noch auf der Homepage) kam wohl nicht zustande; auf Raceresult wurde die Veranstaltung inzwischen gelöscht. Dann erwischte es im Oktober den Schlaubetal-Marathon, den Braunschweiger Lauftag, den Glauchauer Herbstlauf und die Cross Challenge, eines der größeren OCR-Rennen.

Bei knapp 500 in der Datenbank erfassten Veranstaltungen bedeuten fünf Absagen eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 1 Prozent. Warten wir mal ab, ob da noch etwas dazukommt.

2007, als der Sturm Kyrill im Januar zahlreiche Wälder verwüstet hatte, waren selbst im Herbst noch Läufe wegen versperrter Waldwege abgesagt wurden!

Nachdem ich über die Bereiche geschrieben habe, bei denen es eher nach unten geht, hier noch ein Bereich mit deutlicher Aufwärtstendenz: Die Walking-Wettbewerbe. Schon vor längerer Zeit hatte ich geschrieben, dass das Walking von der Alterung der Bevölkerung begünstigt wird, weil es jene Form des Sportes darstellt, die bis ins hohe Alter betrieben werden kann. Bei den Männern lag beispielsweise im Jahr 2016 das Durchschnittsalter auf der 10km-Distanz bei den Walkern etwa 13 Jahre höher als bei den Läufern; bei den Frauen betrug der Altersabstand immerhin gut 10 Jahre.

In den vergangenen Jahren verlief die Alterung der Bevölkerung noch relativ moderat, doch nun gewinnt dieser Prozess erheblich an Tempo. Dies sieht man in den Teilnehmerzahlen beim Walking. Bereits jetzt liegt die Beteiligung um 2 Prozent über dem Vorjahreswert, und einige Wettbewerbe stehen noch aus.
 

Dr. Roland Döhrn

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