GRR-Nachwuchs-Förderpreisträger

Katharina Heinig

Katharina Heinig
© Kiefner Sportfoto

„Möchte mir selbst einen Namen machen!“

Sie ist die Tochter der weltweit erfolgreichen Marathonläuferin Katrin Dörre-Heinig und des früheren Marathon-Bundestrainers Wolfgang Heinig, bringt viel Talent mit und steht nicht zuletzt durch die prominenten Eltern eher im Rampenlicht. „Obwohl ich stolz auf meine erfolgreichen Eltern bin möchte ich mir doch selbst einen Namen machen!“ gesteht Katharina Heinig, angesprochen auf die Vor- und Nachteile, die sie als Tochter so prominenter Eltern genießen kann oder erleiden muss. „Das Talent habe ich von meiner Familie mitbekommen, aber etwas daraus zu machen, das liegt alleine an mir. Da hilft mir der Name nicht wirklich!“

Die deutsche Bestenliste der Achtzehn- und Neunzehnjährigen führt sie als Jahrgangsjüngere über 3000 m, 5000 m und über 10 km an, mit zumeist dreißig Sekunden Vorsprung vor der Konkurrenz. Sie liebt volle Stadien und Querfeldeinläufe, doch ihre „Lieblingsdisziplin“ ist die Straße. „Das habe ich schon als Schülerin am liebsten gemocht“, gesteht sie, die von Vater Wolfgang Heinig zunächst in einer Schülergruppe beim FSV Erbach vielseitig trainierte und ab und an bei kurzen Straßenläufen schon der einen Kopf größeren Konkurrenz davon lief.

Durch ihre Spitzenposition auf der Bahn und der Straße kann sie flugs einem hartnäckigen Vorurteil entgegen treten, nämlich dass wenig erfolgreiche Bahnläufer schneller zur Straße wechseln und damit zum Erfolg kommen würden. „Auf der Straße ist es keinesfalls einfacher, an die Spitze zu kommen. Das ist wirklich ein Irrtum!“

9:32,41 Minuten über 3000 m, 16:48,54 Minuten über 5000 m sind ein erster Meilenstein, die auf der Straße erzielte 10 km-Zeit von 36:16 Minuten ein weiterer. „Da ich mich in den vergangenen Jahren auf den Unterdistanzen weiter entwickeln wollte, ist die Straße natürlich zu kurz gekommen. Das wird sich sicherlich ändern“, blickt die 18jährige Gymnasiastin schon etwas voraus. „Für mich ist klar, dass ich Halbmarathon und Marathon laufen werde. Natürlich möchte ich in die Fußstapfen meiner Mutter treten, aber das wird ein langer und sehr harter Weg!“

Sie hat das harte Training einer Marathon-Spitzenläuferin aus erster Hand erfahren, scheut sich jedoch nicht, auch diesen Weg zu wagen. Ob sie allerdings das Laufen als Professional bestreiten wird, möchte sie zu diesem frühen Zeitpunkt allerdings noch nicht beantworten. „2009 möchte ich erst einmal mein Abi machen. Dann wird sich zeigen, ob ich einen Studienplatz bekommen oder den Sprung in eine Sportfördergruppe schaffen kann. Das lasse ich jetzt noch einmal offen“. Auch wenn im Hause Heinig der Weg zur Marathonfrau vorgezeichnet scheint, hat sie zunächst nahe liegende Pläne. Und diese sind durchaus greifbar: Start bei der U20-WM in Bydgoszcz und bei der Cross-EM, weitere Leistungssteigerungen auf der Bahn und der 10 km-Straßendistanz.

„Wichtig ist für mich, dass mir der Sport Spaß & Freude macht.
Alles weitere muss daraus entstehen!“

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