GRR-Nachwuchs-Förderpreisträger

Matti Markowski

Matti Markowski
© Kiefner Sportfoto

„Eine 27:50 wäre ein Traum!“

Nachwuchs-Bundestrainer Dietmar Chounard zeigte sich bei den U 20-Europameisterschaften in Hengelo äußerst erfreut über das Abschneiden der deutschen 10.000 m-Läufer mit den Plätzen zwei, fünf und elf. „Die drei haben gezeigt, dass deutsche Langstreckler konkurrenzfähig sind und durchaus auch Medaillen holen können!“ Und meinte damit vorrangig Matti Markowski, der in persönlicher Bestzeit von 30:10:75 Minuten hinter dem Ukrainer Dmytro Lashyn überraschend Silber holte. Der 19jährige vom OSC Berlin ist damit im holländischen Leichtathletikmekka über seinen Schatten gesprungen – mit einer starken Endzeit und der Silbermedaille, was praktisch niemand erwarten durfte.

Die 10.000 m-Strecke bezeichnet der Abiturient mit den möglichen Studienwünschen Sport, Journalismus oder Schauspiel als seine Lieblingsstrecke. „... weil man da nicht so schnell rennen muss wie bei einem 5.000 m-Lauf“, wie er offen zugibt. Unter seiner Trainerin Renate Güttler, einer früher recht erfolgreichen Langstrecklerin über die Grenzen Berlins hinaus, hofft er auf weitere Steigerungen über den Unterdistanzen 1500 m und 5000 m, aber im Fokus stehen die 25 Stadionrunden, auf denen er gerne einmal an einer internationalen Meisterschaft der „Aktiven“ teilnehmen möchte. Und mit „Eine 27:50er Zeit wäre ein Traum!“ konkretisiert auch seine Marschroute in die internationale Klasse.

Da er inmitten der Hauptstadt lebt, besteht sein Training weitgehend aus Laufeinheiten auf Asphalt. Zumeist alleine. „Am Wochenende gehe ich natürlich in den Wald und kann dann auch mit den anderen der OSC-Trainingsgruppe trainieren“. Der Hauptanteil seines Trainings sind Dauerläufe, in der Summe kommt ein Wochenschnitt von 75, ab und an auch 80 oder 85 Kilometern zusammen. Am liebsten läuft Matti 1000 m-Wiederholungsläufe.

Hauptmanko sei die wenig ausgebildete Schnelligkeit, die aufgrund seines individuellen Trainings zu kurz komme. Ein weiteres Problem sieht der junge Berliner auch im mentalen Bereich. „Ich gebe einfach zu schnell auf, wenn es einmal nicht recht läuft!“

Wenn es allerdings einmal richtig läuft, dann kann Matti Markowski richtig „Gas geben“. Wie in Hengelo, als er mit acht Konkurrenten im Schlepp zumeist für die Tempogestaltung die Verantwortung übernommen hatte – mit dem größtmöglichen Erfolg. Nahe liegend ist natürlich für einen Berliner Langstreckler, einmal beim großen Berlin-Marathon zu starten. „Straßenläufe mag ich sehr gerne, aber ob es bis zum Marathon schaffe, das kann ich jetzt noch nicht sagen. Eines weiß ich jedenfalls: Ein monotones Ausdauertraining ist nicht meine Sache!“ Das ist allerdings wohl auch nicht bei leistungsorientierten Marathonläufern zu befürchten, denn diese halten sich selten mit lediglich Kilometerumfängen auf, sondern bevorzugen knallhartes Tempotraining ...

Und das ist schon eher das Ding für Matti Markowski.

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