GRR-Symposium vom 1. August 2008 in Berlin

Das German Road Races Symposium (GRR) in Berlin am 1. August: Bedeutung eines Netzwerkes zwischen Notfallversorgung, Rettungswesen und Risikoabwendung bei Lauf-(Sport)Veranstaltungen

GRR sieht hierbei einen wichtigen Schritt zur Installierung eines Krisenmanagements bei den Laufveranstaltern, die Jahr für Jahr Tausende an den Start von Veranstaltungen bringen, mit Strecken von 5 km bis zum Marathon und Ultramarathon.

Mit zwei Symposien in Berlin und Münster im August verstärkt German Road Races (GRR), die Vereinigung der deutschen Laufveranstalter, die Bemühungen um die hohe Qualität der Sicherheit bei Laufveranstaltungen. Nach den zwei Todesfällen beim Zugspitz-Lauf vor kurzem ist dieses Thema wieder stark ins Bewusstsein von Läufern und Veranstaltern gerückt. Am 1. August 2008 wird in den Räumen der Senatsverwaltung für Inneres und Sport in Berlin eine Tagung durchgeführt, bei es um die optimale Vernetzung von Unfallrettung, Sanitätsdiensten, Medizinischer Betreuung und den entsprechenden polizeilichen Maßnahmen geht.

GRR sieht hierbei einen wichtigen Schritt zur Installierung eines Krisenmanagements bei den Laufveranstaltern, die Jahr für Jahr Tausende an den Start von Veranstaltungen bringen, mit Strecken von 5 km bis zum Marathon und Ultramarathon. Das GRR-Mitglied Volksbank-Münster-Marathon wird zusammen mit dem „GRR-Kompetenzteam Sportmedizin“ und dem Landesinstitut für Aus- und Fortbildung NRW am 16. August zudem das 1. Marathon-Medizin-Symposium veranstalten.

Nachdem sich German Road Races im Vorjahr nach mehreren tödlichen Zwischenfällen bei Läufen auf unterschiedlichen Distanzen für die Einführung eines Gesundheitschecks ausgesprochen hat, der zum festen Bestandteil der Anmeldung zu den Laufveranstaltungen werden soll, geht GRR nun einen Schritt weiter. Bei dem in Berlin am 1. August stattfindenden Symposium werden Entscheidungsträger der Feuerwehr, der Rettungsdienste, der Ärzteschaft und der Polizei referieren, zur Diskussion anregen und nach Lösungsansätzen suchen, wie in Not geratene Laufteilnehmer in nur wenigen Minuten von Rettungsteams erreicht werden, damit im Ernstfall lebenserhaltende Maßnahmen erfolgreich eingeleitet werden können.

Das GRR-Symposium „Bedeutung eines Netzwerkes zwischen Unfallversorgung, Rettungswesen und Risikoabwendung bei Laufveranstaltungen (Krisenmanagement)“ findet am 1. August von 10 bis 16 Uhr in den Räumen der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Klosterstraße 47, in Berlin statt.

Begrüßung im Alten Stadthaus Berlin

Sehr verehrte Damen und Herren, ich freue mich sehr, Sie hier in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport begrüßen zu können.

Für Ihr Symposium haben Sie das Alte Stadthaus in der Mitte Berlins ausgewählt. Es ist der Sitz der Verwaltung, die neben all dem, was mit dem Sport zu tun hat, auch für die Sicherheit in der Hauptstadt Verantwortung trägt. Sie ist unter anderem zuständig für die Partner sportlicher Großveranstaltungen, die Polizei, die Feuerwehr, das Rettungswesen, die Hilfsorganisationen mit ihren Sanitätsdiensten. Sie sind also am richtigen Ort zusammen gekommen. Und mir macht das Thema Ihres Symposiums einmal mehr klar, wie sinnvoll die Aufgabenkombination Inneres und Sport ist.

Axel Dechamps Axel Dechamps Abteilungsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung Senatsverwaltung für Inneres und Sport Berlin

Aber wichtiger als die Zuständigkeit ist die Begeisterung: Die Sportstadt Berlin ist eine „Läufer-Stadt“. Nicht nur ich laufe gerne – das als Bekenntnis am Rande –, häufig ist „tout Berlin“ auf den Beinen.

Und dafür hat diese Stadt Ihnen, Horst Milde, viel zu danken. Hier ist Deutschlands größte Freizeit-Läuferbewegung entstanden. Es gibt eine Vielzahl von Lauf-Veranstaltungen. Beim diesjährigen Halbmarathon in Berlin waren 25.000 Läuferinnen und Läufer dabei, beim Berlin-Marathon im vergangenen Jahr waren es 32.000; vor 30 Jahren waren es meiner Erinnerung nach noch nicht einmal 200. Da hat sich also eine Menge getan.

Nicht nur Berlin läuft, die ganze Nation scheint auf den Beinen, und ich denke an das tschechische Vorbild meiner Kindertage, Emil Zátopek, der sagte: „Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft.“ Laut Gesellschaft für Konsumforschung gibt es in Deutschland rund 17 Millionen Läufer.

Möglicherweise ist die Zahl etwas hochgegriffen, aber sie zeigt, dass wir es mit einem Massenphänomen zu tun haben, und wie das bei Massenphänomenen so ist, gibt es - leider - immer wieder Menschen, die zur Übertreibung neigen. Viele wollen vermutlich gar keine Rekorde brechen, sie rennen gegen sich selbst, wollen das Letzte aus sich herausholen, um es sich zu beweisen - und überanstrengen sich, womit wir beim Thema wären.

Die Eigenverantwortung der Sportler bleibt unbenommen. Was allerdings die Rahmenbedingungen eines Laufes anbelangt, so stehen ohne Wenn und Aber die Veranstalter in der Pflicht.
Der Zugspitz-Lauf vor kurzer Zeit zeigt, welch lebenswichtige Bedeutung die Rettungsorganisationen haben können und mit welch widrigen Bedingungen sie sich zuweilen auseinander zu setzen haben.

In Berlin – aber das gilt in gleicher oder ähnlicher Weise auch für die anderen Länder - haben wir über gesetzliche Regelungen, hier das Rettungsdienstgesetz, einen praxistauglichen Rahmen für die Organisation des Rettungswesens geschaffen. Die Sanitätsdienste der Hilfsorganisationen sind in das tägliche Einsatzgeschehen der Feuerwehr eingebunden, was sich entsprechend gut auf die sanitätsdienstliche Betreuung von großen Sportveranstaltungen auswirkt. Im Bedarfsfall sind sie in der Lage, über die Erste-Hilfe-Leistung hinaus auch die Notfallrettung bis hin ins Krankenhaus zu betreiben. Hier werden wertvolle, möglicherweise lebenswichtige Minuten gewonnen.

Sicherlich ist es nicht möglich, alle Risiken im Vorfeld auszuschalten. Durch eine gute Organisation und Abstimmung der Beteiligten können die Gefahren aber stark verringert werden.

Ihr heutiges Zusammentreffen dient genau diesem Ziel. Ich freue mich, dass das Symposium in unserem Hause stattfindet, so dass wir gleich vor Ort von den Erkenntnissen profitieren können.

Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne eine informative, anregende und lehrreiche Veranstaltung. Viel Erfolg!

Axel Dechamps
Abteilungsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung
Senatsverwaltung für Inneres und Sport Berlin

Programmablauf und Referenten

Uhrzeit Referent Institution/Organisation Thema
10.00 - 10.02 Wilfried Raatz/
Horst Milde
German Road Races (GRR) Begrüßung
10.02 - 10.05 Herr Axel Dechamps
Axel Dechamps
Abteilungsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Senatsinnenverwaltung Berlin Begrüßung
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10.05 - 10.10 Wilfried Raatz German Road Races (GRR) Einführung
10.10 - 10.30 Hans-Günter
Titz
Hans-Günter Titz
DRK Stuttgart, Referat Einsatzorganisation Organisation des Rettungsdienstes beim Stuttgarter Zeitung-Lauf unter Berücksichtigung von außergewöhnlichen Bedingungen (z.B.Temperatur)
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10.30 - 11.00 Steffen Dieckmann
Steffen Dieckmann
Feuerwehr Berlin Organisation der Notfallversorgung bei großen Sportveranstaltungen am Beispiel Berlin
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11.00 - 11.15 Pause    
11.15 - 11.45 Dr. Helmar Wauer
Helmar Wauer
Charité Centrum 13 für Innere Medizin
Campus Charité Mitte, Berlin
Ärztlicher Einsatz vor, während und nach Laufveranstaltungen – Einsatz und Koordination der Rettungsdienste
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11.45 - 12.15 Thomas Hussmann
Thomas Hussmann (Bild)
Feuerwehr Düsseldorf, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz
METRO Group Marathon
Nicht polizeiliche Gefahrenabwehr beim Düsseldorf-Marathon - Die Einsatzplanung der Feuerwehr Düsseldorf
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12.15 - 13.00 Diskussion    
13.00 - 13.30 Pause    
13.30 - 13.50 Wilfried Raatz
Wilfried Raatz
German Road Races (GRR) Notfall- und Sicherheitssystem bei ausgewählten Veranstaltungen, hier am Beispiel Swiss Alpine Marathon Davos und MLP Marathon Mannheim RN
13.50 - 14.15 Dr. Hanspeter Berger
Hanspeter Berger (Bild)
Facharzt für Allgemeine Medizin FMH
Sportmedizin SGSM
Rennarzt Jungfrau-Marathon
Sicherheits- und Notfallkonzept beim Jungfrau-Marathon
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14.15 - 14.30 Urs Grüter
Urs Grueter
Geschäftsleiter Luzerner Stadtlauf
Technischer Leiter des Lucerne Marathons
Das Sicherheits- und Medicalkonzept beim Luzerner Stadtlauf und Lucerne-Marathon
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14.30 - 14.45 Pause    
14.45 - 15.15 Dr. Willi Heepe
Dr. Willi Heepe
Vormaliger Medical Director BERLIN-MARATHON, GRR-Kompetenz-Team Sportmedizin Risko Laufsportveranstaltungen
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15.15 - 15.35 Thomas Fafczynski
Thomas Fafczynski
Polizei - Präs. Berlin (ZVKD) – Zentraler Verkehrsdienst Einsatzplanung, Koordination, Sportveranstaltungen im öffentlichen Raum in Berlin
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15.35 - 16.00 Diskussion    
16.00 - 16.15 Wilfried Raatz/
Horst Milde
German Road Races (GRR) Schlussbemerkungen

Großes Interesse bei German Road Races (GRR) -Symposium in Berlin - Vernetzung von Unfallrettung, Sanitätsdiensten, Medizinischer Betreuung und den entsprechenden polizeilichen Maßnahmen

Symposium zur Vernetzung von Rettungs-Organisationen gibt Veranstaltern und Organisationen Hilfestellung – Synergieeffekte nutzen und auf Erfahrungen anderer Veranstalter aufbauen

Das German Road Races (GRR) Symposium in Berlin in den Räumen der Senatsverwaltung für Inneres und Sport ©Horst Milde

 

Auf großes Interesse stieß das Symposium „Bedeutung eines Netzwerkes zwischen Unfallversorgung, Rettungswesen und Risikoabwendung bei Laufveranstaltungen“, das German Road Races (GRR) in den Räumen der Senatsverwaltung für Inneres und Sport in Berlin am Freitag (1. August) veranstaltete.

Nicht zuletzt durch aktuelle Ereignisse erwies sich das GRR-Symposium als „Volltreffer“, so einige Veranstalter, da in der insgesamt sechsstündigen Tagung die Bedeutung eines funktionierenden Krisenmanagements bei Laufveranstaltungen von allen Referenten aus eigener Anschauung verdeutlicht werden konnte. GRR als Interessensgemeinschaft der großen Laufveranstaltungen in Deutschland verstärkt durch Symposien wie die Auftaktveranstaltung in Berlin seine Bemühungen um eine hohe Qualität und ein Höchstmaß an Sicherheit bei Laufveranstaltungen.
Unter der Leitung der GRR-Sprecher Wilfried Raatz (Darmstadt) und Horst Milde (Berlin) referierten nach der Begrüßung von Axel Dechamps, dem Abteilungsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung der Senatsinnenverwaltung Berlin, namhafte Vertreter aus den unterschiedlichen Organisationen über die Vernetzung von Unfallrettung, Sanitätsdiensten, Medizinischer Betreuung und den entsprechenden polizeilichen Maßnahmen.

In anschaulicher Weise führten Hans-Günter Titz (DRK Stuttgart), Steffen Dieckmann (Feuerwehr Berlin), Dr. Helmar Wauer (Charité Berlin), Thomas Hussmann (Feuerwehr Düsseldorf), Dr. Hanspeter Berger (Interlaken), Urs Grüter (Luzern), Dr. Willi Heepe (früherer Rennarzt des Berlin-Marathon) sowie Thomas Fafczynski (Polizei Berlin) in ihren Beiträgen aus, wie die Vernetzung der Hilfsdienste in Berlin, Düsseldorf, Stuttgart und bei Veranstaltungen in der Schweiz gewährleistet ist und die Installierung eines Krisenmanagements bei großen Laufveranstaltungen gelingt.
Nachdem sich German Road Races (GRR) im Vorjahr nach mehreren tödlichen Zwischenfällen bei Läufen auf unterschiedlichen Distanzen für die Einführung eines Gesundheitschecks ausgesprochen hat, der inzwischen bei vielen Organisatoren zum festen Bestandteil der Anmeldung zu den Laufveranstaltungen bereits geworden ist, ging GRR mit dem Symposium in Berlin einen Schritt weiter.

Entscheidungsträger der Feuerwehr, der Rettungsdienste, der Ärzteschaft und der Polizei konnten durch ihre Beiträge zur Diskussion anregen und gemeinsam mit Veranstaltern nach Lösungsansätzen suchen mit dem Ziel, um in Not geratene Laufteilnehmer in nur wenigen Minuten von Rettungsteams zu erreichen, damit im Ernstfall lebenserhaltende Maßnahmen erfolgreich eingeleitet werden können.
Ein weiteres Symposium wird am 16. August in Münster folgen. GRR-Mitglied Volksbank-Münster-Marathon wird zusammen mit dem „GRR-Kompetenzteam Sportmedizin“ und dem Landesinstitut für Aus- und Fortbildung NRW das 1. Marathon-Medizin-Symposium veranstalten. Die Organisatoren wenden sich hierbei vor allem an Mediziner und Rettungsdienstpersonal, aber auch an andere Berufsgruppen, die sich mit den Risiken beim Marathonlauf auseinander setzen müssen.
Wilfried Raatz
GRR-Pressesprecher