Patriz Ilg

PATRIZ ILG 1983 erster Weltmeister im Hindernislauf - Unvergessenener Urschrei - Sein Kniefall hinterm Zielstrich, die himmelwärts gestreckten Fäuste, der Urschrei. Energie und Emotion, lang aufgestaut, alles musste raus. ©dpa Picture-Alliance GmbH

Unvergessener Urschrei - Sein Kniefall hinterm Zielstrich, die himmelwärts gestreckten Fäuste, der Urschrei. Energie und Emotion, lang aufgestaut, alles musste raus.

Der Grundschullehrer Patriz Ilg wurde 1983 erster Weltmeister im Hindernislauf - als Zeitzeuge des Wandels vom Amateursport zur Kommerz-Leichtathletik.

Steil sticht der Weg hinab ins Tal des Kocher. Aus fast 700 Metern Höhe Normalnull, ausweislich eines Schilds an der A7: "Europäische Wasserscheide". Ausfahrt Westhausen und noch fünf Kilometer westwärts. Dort die Gemeinde Hofen, Ostalb also, jenes Fleckchen Erde, über das der heilige Patrizius schützend seine Hand hält. Tiefe schwäbische Provinz, lauschige Beschaulichkeit, Wald und Wiesen überall, schmucke Einfamilienhäuser, geordnete Gediegenheit, wohin der Blick auch fällt und vor allem - beispiellose Ruhe. Kein Lärm dringt auf die Terrasse, die sich anschließt an den Wintergarten, üppig bewachsen mit mediterranen Pflanzen. "Diese ländliche Ruhe brauche ich auch", sagt der Hausherr.

Der Herr im Haus ist Patriz Ilg, 51, unverkennbar ein Landsmann der ostälbischen Region. Die Einsamkeit der Wälder rund um Hofen hatte ihm schon vor drei Jahrzehnten die Kraft gegeben, die er benötigte, um im Sport den höchsten Grad zu erlangen. Ilg gewann 1983, nach dem EM-Sieg im Jahr zuvor, bei der ersten Weltmeisterschaft der Leichtathleten in Helsinki Gold im 3000-Meter-Hindernislauf, war weltweit Bester einer Disziplin, die wegen ihrer Tücken, der bockigen Holzhindernisse und glitschigen Wassergräben, eigentlich eher den Typ harter Hund bevorteilt und nicht die Sensibelchen der Laufbahn.

Zu denen zählte Ilg gelegentlich: Wenn sein Körper auf den Stress des Sports mit störender Empfindlichkeit reagierte.

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