GRR-Nachwuchs-Förderpreisträger

Zelalem Martel

Zealem Martel
Zelalem Martel © Kiefner Sportfoto

Die Duplizität der Geburtstage der beiden GRR-Preisträger ist ein absoluter Zufall. Wie auch Eva-Maria Stöwer ist auch Zelalem Martel am 1. Januar geboren, doch mit 1986 ein Jahr später als die Sauerländerin. "Ich habe sogar eine Geburtsurkunde" wehrt der aus Äthiopien stammende Junior voreilige Schlussfolgerungen ab, weil man es in seiner früheren Heimat mit der zeitnahen Anmeldungen bei Neugeborenen oftmals nicht so genau nahm. Seit 1999 ist Zelalem Martel in Deutschland, mit seinen Adoptiveltern wohnt er in Bietigheim-Bissingen nahe Stuttgart. Und liebt neben den Speisen seines Geburtslandes aber auch die gute deutsche Bratkartoffel.

Spätestens seit seinem furiosen 5000 m-Lauf von Koblenz, als er beim "Mini-Internationalen" im Stadion Oberwerth bei seinem ersten Start über die zwölfeinhalb Runden mit 14:12.39 eine absolute Klassezeit abliefern konnte, die ihm zugleich die Startberechtigung für die Junioren-Weltmeisterschaften in Grosseto einbrachte, gilt er als einer der jungen Hoffnungsträger in Deutschland. "Die 5000 m-Strecke ist auch meine Hauptdistanz" beantwortet der 19jährige die Frage nach seiner Lieblingsstrecke. Auch als er Mitte März 04 als Titelanwärter bei den deutschen Jugendmeisterschaften im 10 km-Straßenlauf in Ohrdruf angetreten war. Den früheren Marathon-Bundestrainer und Heimtrainer Wolfgang Heinig freute es, wenn sein Schützling im Thüringischen ein erstes Zeichen auf der Straße setzen konnte. "Wenn ich gesund bleibe, dann ist vieles machbar" blickt Zelalem Martel hoffnungsfroh in die Zukunft, wohl wissend, dass die Trauben international sehr hoch hängen.

Dem Leistungssport ordnet der gebürtige Äthiopier alles unter. Sechs Wochen lang trainierte er in seiner früheren Heimat zusammen mit den leistungsstarken Junioren des ostafrikanischen Läuferlandes. "Wir haben in erster Linie Grundlagentraining durchgeführt", wehrt er etwaige Spekulationen über hartes Tempotraining ab. Aber wer die Afrikaner kennt, der weiss, dass selbst die längeren Dauerläufe in ein selektives Rennen ausarten (können). Zur Bestätigung unserer Vermutung ergänzt Zelalem: "Es war ganz schön hart, weil wir sehr viele Berge gelaufen sind. Aber ich konnte gut mithalten". Zusammen mit seinem Adoptivvater Belay Martel und Heimtrainer Wolfgang Heinig steht in dieser Saison die EM-Qualifikation der U 20-Junioren im Vordergrund. "Die Mindestzeit von 14:14 müsste zu packen sein. Ich hoffe, dass mir Gott die nötige Kraft dazu gibt!"

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