Rudolf Waldemar Harbig

Rudolf Waldemar Harbig * 08.11.1913 - † 05.03.1944

* 8. November 1913 ( Dresden)-
† 5. März 1944 als Oberfeldwebel einer Fallschirmjägerdivision in Olchowez bei Bogusslaw/Ukraine und ist dort auch begraben.

Sohn eines Heizers; Volksschule in Dresden; seit 1928 Lehre als Stellmacher, anschließend arbeitslos. 1932-35 Reichswehrsoldat, dann Angestellter bei den Dresdner Stadtwerken. Im Jahre 1934 wird er aufgrund seines Sieges im 800m-Lauf am Tag des Unbekannten Sportsmannes entdeckt und planmäßig gefördert. Harbig, politisch desinteressiert und nur auf politischen Druck hin ab 1937 Mitglied der SA angegliederten Dresdner Bergsteigertruppe, wird im Dritten Reich als internationaler Spitzensportler zur nationalen Leitfigur für die deutsche Jugend erhoben und außen- wie innenpolitisch für die Zwecke der NS-Propaganda instrumentalisiert.

19 Länderkämpfe (1936-41); Olympiateilnehmer 1936 über 800m (Vorlauf 1:56,8 durch Krankheit geschwächt) und gewinnt über 4x400m in 3:11,8 die Bronzemedaille. EM-Teilnehmer 1938 über 800m 1:50,6 (Gold) und 4x400m 3:13,6 (Gold). Harbig heiratet am 5. Mai 1941 in Dresden Gerda Heinrich (*1920, † 24. Februar 1962 in Ost-Berlin), die große Verdienste bei der Entwicklung des Kinder- und Frauenturnens im DTSB hat; sie veröffentlicht 1955 das Buch Unvergessener Rudolf-Harbig. Ein Lebensbild des Weltrekordläufers. Einzige Tochter: Ulrike (* April 1943).

In Dresden wird 1951 das Stadion in Rudolf-Harbig-Stadion umbenannt; 1958 wird in Berlin-Charlottenburg eine Straße in Harbigstraße benannt; auf dem Streckennetz der Deutschen Bahn verkehrt der Intercity-Zug „ICE Rudolf Harbig“ zwischen München und Hamburg-Hbf. (als ICE 586) bzw. Hamburg-Altona und München (als ICE 587). Am 6. Juni 1968 gibt die Deutsche Bundespost anläßlich der Olympischen Spiele 1968 in Mexiko-City fünf Sondermarken heraus; die zweite Briefmarke mit dem Wert 20+10 Pfg. ist Rudolf Harbig gewidmet.

Im Horst-Korber-Sportzentrum an der Glockenturmstraße befindet sich die Rudolf-Harbig-Halle, die als Bundesstützpunkt und Landesleistungzentrum Leichtathletik genutzt wird.

Von Rekord zu Rekord

Lauf Zeit Ort Datum Rekord*
400m 47,6 Berlin 01. August 1937 DR
400m 46,8 Dortmund 07. August 1938 DR
400m 46,7 Mailand 16. Juli 1939 ER
400m 46,0 Frankfurt/M 12. August 1939 WR
500m 1:01,7 Erfurt 18. Juli 1939 DR
800m 1:50,9 Berlin 25. Juli 1937 DR
800m 1:50,6 Paris 04. September 1938 DR
800m 1:50,5 Mannheim 21.Maii 1939 DR
800m 1:49,4 Berlin 25 Juli 1939 DR
800m 1:46,6 Mailand 15. Juli 1939 WR
1000m H 2:28,4 Berlin 16. März 1941 ER
1000m H 2:24,9 Berlin 18. Mai 1941 DR
1000m 2:21,5 Dresden 24. Mai 1941 WR
4x400m 3:11,8 Berlin 09. August 1936 DR
4x400m 3:10,4 Mailand 16. Juli 1939 DR
4x800m 7:37,8 Paris 17. August 1941 DR
4x800m 7:30,4 Braunschweig 23. August 1941 WR

*DR - Deutschland-Rekord, ER - Europa-Rekord,WR - Welt-Rekord

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