• Neuer 1o km Osterlauf-Rekordmann Benard Kimeli
    Neuer 1o km Osterlauf-Rekordmann Benard Kimeli © wus-media UG
  • Gladys Kimaina ist nun die schnellste Osterläuferin über 10 km
    Gladys Kimaina ist nun die schnellste Osterläuferin über 10 km © wus-media UG
  • Paderborns Bürgermeister Michael Dreier mit
    Paderborns Bürgermeister Michael Dreier mit "Stargast" Claudia Pechstein © wus-media UG
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Eichi's Uraltrekord geknackt - Wilfried Raatz berichtet vom 71. Paderborner Osterlauf

Benard Kimeli steigert Carsten Eichs Bestmarke um dreißig Sekunden auf die Weltjahresbestmarke von 27:18 Minuten - Auch Gladys Kimaina läuft Rekord mit 31:15 - Philipp Reinhard und Katharina Heinig beste Deusche im 10 km-Rennen

Mit der Überschrift "... ein ganz normaler Osterlauf - oder?" machten die Osterlauf-Organisatoren des SC Grün-Weiß Paderborn um Christian Storck und Mathias Vetter die Laufzeitung auf. Glücklicherweise stand diese Aussage mit einem Fragezeichen vermerkt, denn trotz keineswegs idealen Laufbedingungen mit 8° und regennasser Straße wurden gleich beide Veranstaltungsrekorde auf der 10 km verbessert. Für das große Ausrufezeichen sorgte dabei der erst 22jährige Kenianer Benard Kimeli, der sich nach drei Kilometern mit einem mächtigen Zwischenspurt an die Spitze setzte und im Alleingang mit 27:18 Minuten die seit 1993 von Carsten Eich bei 27:47 Minuten fixierte Veranstaltungsbestmarke regelrecht zerlegte. Wenig später steigerte dessen Landsfrau Gladys Kimaina die seit 2002 bestehende Rekordmarke um drei Sekunden auf 31:15 Minuten.

"Wir haben keine absoluten Topathleten eingeladen, dafür eine starke Breite verpflichten können" gab der für die Athletenverpflichtung zuständige Christoph Kopp noch zwei Stunden vor dem Start des 10 km-Rennen vor Journalisten seine Einschätzung bekannt. Und dann konnten sowohl Christoph Kopp als auch Veranstaltungsleiter Christian Storck hautnah im Rennen beobachten, wie der junge Bursche aus dem in Prag angesiedelten Athletenmanagement Ikaika bei seinem ersten Europastart wie entfesselt zur neuen Weltjahresbestmarke stürmte. "Christoph hat mir unterwegs das Signal gegeben, dass ein neuer Rekord möglich sei", gestand Benard bei der Siegerehrung. "Das gab mir Hoffnung und Zuversicht!" Der Rest ist ein phänomenaler Lauf, den Benard Kimeli auf den regennassen Asphalt donnerte.

Hinter dem neuen Rekordhalter erreichten unter den fünf folgenden Kenianern mit Benard Kipkemboi (28:13) und Emmanuel Kiprono (28:18) noch starke Resultate. Als bester Deutscher lief der 23jährige Philipp Reinhardt (Jena) mit 29:27 Minuten eine neue Bestzeit, gefolgt von Jens Nerkamp (Kassel/ 29:39), Lukas Eisele (Filder/ 29:54) und dem deutschen Halbmarathonmeister Philipp Baar (Düsseldorf), der eine Woche nach seinem Triumph von Hannover mit 29:56 knapp unter der 30-Minuten-Marke blieb. Ein Achtungszeichen setzte der deutsche U20-Jugendcrossmeister Markus Görger auf Rang 22, der sich mit 30:34 Minuten wertvolle Punkte im vom Deutschen Leichtathletik-Verband und German Road Races geförderten Deutschen Nachwuchs-Laufcup sicherte.

Von der leistungsstarken Breite profitierten zweifellos auch die Frauen mit starken Resultaten. Allen voran Gladys Kimaina, die mit 31:15 Minuten die Bestmarke um drei Sekunden steigern konnte. Mit nur acht Sekunden Rückstand folgte mit Sofiya Shemsu Chegen eine weitere kenianische Läufern. Hinter neun afrikanischen Laufgrazien lief Katharina Heinig auf Rang zehn in 33:32 Minuten ins Ziel am Maspernplatz, dicht gefolgt von den beiden Hamburgerinnen Jana Sussmann (33:51) und Tabea Themann 33:54). "Das war nicht das, was ich heute laufen wollte", gestand Katharina Heinig im Ziel, "ich musste aber einen Großteil des Rennens alleine laufen oder Führungsarbeit für einige Männer leisten, die sich bei dem Wind einfach hinter mir verstecken wollten!"  

Auch auf der Halbmarathonstrecke bei nun weitgehend abgetrockneter Strecke dominierten die Läufer aus Kenia. Bei den Männern setzte sich mit Patrick Kimeli ein Namensvetter des neuen 10 km-Rekordläufers Benard, der mit diesem nicht verwandt ist, in 1:02:28 Stunden vor Paul Muchemi Maina (1:02:40) und Dickson Kurui (1:04:37) durch. Die Frauensiegerin durfte sich nach 1:09:00 über einen neuen Hausrekord freuen. Als beste Deutsche liefen Jonas Lehmann (Helfersberg) und Svenja Ojstersek (Düsseldorf) nach 1:07:57 bzw. 1:18:37 als jeweils Fünfte ins Ziel.

Stargast des 71. Paderborner Osterlaufs war die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin Claudia Peckstein, die zudem bei den integrierten Deutschen Speedskateing-Meisterschaften an den Start ging, dort überraschend Vierte des Gesamteinlaufes der Frauen wurde und "natürlich" die Kategorie der Vierzigjährigen gewann. Insgesamt durften sich die Osterlauf-Veranstalter über 11.659 Teilnehmer freuen, eine Gesamtzahl, die knapp unter dem im Vorjahr bei ungleich besseren Witterungsverhältnissen liegt. Das größte Kontingent ging beim 10 km-Lauf mit 4.634 Läufern ins Rennen, beim 5 km-Lauf waren es zudem 2.832 Läufer. Rückläufig ist (naturgemäss) eine Woche nach den Deutschen Meisterschaften im Rahmen des HAJ Hannover Marathon die Halbmarathonstrecke, bei diesmal 1871 ins Rennen gingen.

Weitere Ergebnisse und Informationen gibt es unter www.paderborner-osterlauf.de