• Das spitzensportliche Interesse aus nationaler Sicht konzentriert sich stark auf Mona Stockhecke.
    Das spitzensportliche Interesse aus nationaler Sicht konzentriert sich stark auf Mona Stockhecke. © Victah Sailer
  • (v.lks.): Jessica Augusto, Viola Kibiwot, Organisator Frank Thaleiser, Tsegaye Mekonnen und Stephen Kiprotich freuen sich auf das Rennen am Sonntag.
    (v.lks.): Jessica Augusto, Viola Kibiwot, Organisator Frank Thaleiser, Tsegaye Mekonnen und Stephen Kiprotich freuen sich auf das Rennen am Sonntag. © Haspa Marathon Hamburg/Malte Christians
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Olympiasieger Stephen Kiprotich peilt schnelle Zeit beim Hamburg-Marathon 2017 an

Londons Marathon-Olympiasieger von 2012, Stephen Kiprotich, ist bereit für ein schnelles Rennen beim Haspa Marathon Hamburg am Sonntag.

Der 28-jährige Läufer aus Uganda hofft beim größten deutschen Frühjahrs-Marathon auf ein Ergebnis im Bereich von 2:06 Stunden. Sein Freund und Trainingspartner Eliud Kipchoge, der aktuelle Marathon-Olympiasieger, wäre laut Kiprotich nicht böse, wenn er den Hamburger Streckenrekord an ihn abtreten müsste. Vor vier Jahren war Kipchoge in Hamburg sein Debüt gelaufen und hatte auf Anhieb hochkarätige 2:05:30 Stunden erreicht - diese Zeit ist bei dem Rennen seitdem unerreicht.

Bei den Frauen soll, sofern das Wetter mitspielt, eine andere Rekordzeit angegriffen werden:

Die Portugiesin Jessica Augusto will am Sonntag den 32 Jahre alten Landesrekord von Rosa Mota brechen, der bei 2:23:29 steht. Augusto geht nach der verletzungsbedingten Absage der Marathon-Olympiasiegerin von 2012, Tiki Gelana (Äthiopien), als Favoritin ins Rennen.

Rund 16.000 Läufer haben sich für die 32. Auflage des Haspa Marathons Hamburg angemeldet. „Mehr und mehr internationale Topläufer erkennen, dass wir ihnen in Hamburg sehr gute Bedingungen für schnelle Zeiten bieten können. Deswegen sind die Felder so stark besetzt“, sagt Organisations-Chef Frank Thaleiser. Nach der verletzungsbedingten Absage von Philipp Pflieger konzentriert sich das spitzensportliche Interesse aus nationaler Sicht stark auf Mona Stockhecke.

„Eliud ist ein sehr guter Freund. Wir trainieren zusammen und treffen uns auch außerhalb des Trainings. Er war derjenige, der mir empfohlen hat, meinen Frühjahrs-Marathon in Hamburg zu laufen“, sagte Stephen Kiprotich, der ein Jahr nach seinem Olympiasieg auch Marathon-Weltmeister in Moskau wurde. „Ich wusste aber schon vorher, dass Hamburg eine schnelle, gute Strecke hat.“ Als Olympiasieger wird Kiprotich, dessen Bestzeit bei 2:06:33 Stunden steht, am Sonntag mit der Startnummer 1 ins Rennen gehen. „Es ist eine Ehre für mich, mit dieser Nummer an den Start gehen zu dürfen. Ich hatte noch nie in einem Marathon diese Nummer - das ist toll.“

Da der aktuelle Marathon-Olympiasieger Eliud Kipchoge zurzeit für ein Marathon-Projekt „Unter 2 Stunden“ trainiert, das auf regulärem Weg ohnehin nicht erreichbar sein wird, müsste man meinen, dass Kiprotich bei den gemeinsamen Trainingsläufen ein gutes Stück hinter Kipchoge gelegen hat. Doch dem war offenbar nicht so. „Ich lag nicht weit hinter Eliud zurück“, sagte Kiprotich, der bei entsprechendem Wetter am Sonntag eine Zeit von 2:06 Stunden anpeilt.

Während Kiprotich der erste Olympiasieger im Hamburger Elitefeld ist, geht mit Tsegaye Mekonnen der schnellste Läufer an den Start, der je für den Haspa Marathon Hamburg verpflichtet wurde. Der 21-jährige Youngster hat eine persönliche Bestzeit von 2:04:32 Stunden mit der er 2014 sensationell den Dubai-Marathon gewonnen hatte. Eine Reihe von Verletzungen behinderten ihn seitdem bei verschiedenen Rennen. „Vor dem Dubai-Marathon im Januar hatte ich ein Muskelproblem im Oberschenkel. Deswegen lief dieses Rennen nicht wie geplant“, sagte Mekonnen, der im Januar nicht über 2:11:54 Stunden hinauskam. „Aber die Vorbereitung auf Hamburg war sehr gut. Ich konnte drei Monate lang ohne Probleme trainieren. Daher will ich am Sonntag den Streckenrekord angreifen.“

Ein weiterer Äthiopier mit einer hochkarätigen Bestzeit ist Tsegaye Kebede. Er lief bereits 2:04:38 Stunden, konnte aber zuletzt nicht mehr an derartige Leistungen anknüpfen. Am Sonntag will er sich zurückmelden und sich möglichst für eine WM-Nominierung ins Gespräch bringen. Tadese Tola gehört ebenfalls zu den Favoriten. Der Äthiopier geht mit einem persönlichen Rekord von 2:04:49 ins Rennen.

Nach dem Ausfall von Tiki Gelana ist Jessica Augusto die große Favoritin im Frauenrennen. Mit einer Bestzeit von 2:24:25 Stunden ist sie die mit Abstand schnellste Läuferin im Feld. Die Portugiesin hofft, am Sonntag einen markanten Landesrekord zu brechen. „Ich möchte die Zeit von Rosa Mota unterbieten. Ich glaube, dass das möglich ist für mich. Ich habe mich speziell darauf vorbereitet und es lief alles gut“, sagte Augusto. Die frühere Olympiasiegerin Mota war 1985 als Dritte des Chicago-Marathons 2:23:29 gelaufen.

Obwohl sie die klare Favoritin ist, könnte es für Jessica Augusto am Sonntag eine Herausforderin geben. Die Debütantin Viola Kibiwot geht zuversichtlich in ihren ersten Marathon. „Im vergangenen September habe ich mich dazu entschlossen, Marathon zu laufen. Anfangs waren die langen Trainingsläufe ziemlich hart, aber dann habe ich mich daran gewöhnt. Ich bin mental und physisch bereit für den Marathon“, sagte die 33-jährige Kenianerin, die eine starke 10-km-Bestzeit von 31:11 Minuten aufweist und bei der WM 2013 Vierte über 5.000 m war.

Eliud Kipchoge hat auch im Fall von Viola Kibiwots Entscheidung in Hamburg zu laufen eine Rolle gespielt. „Eliud ist ein guter Freund. Ich trainiere in seiner Gruppe. Wir laufen alle zusammen, Männer und Frauen“, sagte Viola Kibiwot. „Eliud gab mir viele Tips für mein Marathon-Debüt.“

Genug Erfahrung hat inzwischen Mona Stockhecke (LT Haspa Marathon Hamburg) über die Marathondistanz gesammelt. Für sie geht es am Sonntag in ihrer ursprünglichen Heimatstadt darum, erstmals die 2:30-Stunden-Marke zu unterbieten. Dabei kann sie bis zur Halbmarathonmarke auf die Tempoarbeit von ihrer neuen Vereinskameradin Sabrina Mockenhaupt bauen.

Auch die WM-Norm von 2:29:30 Stunden könnte für Mona Stockhecke noch erreichbar sein.

Die Topläufer beim Haspa Marathon Hamburg:

Männer:
Tsegaye Mekonnen    ETH    2:04:32
Tsegaye Kebede        ETH    2:04:38
Tadesse Tola             ETH    2:04:49
Stephen Kiprotich      UGA    2:06:33
Limenih Getachew     ETH    2:06:49
Joel Kimurer             KEN    2:07:48
Robert Chemosin       KEN    2:08:05
Japhet Kosgei           KEN    2:08:08
Gilbert Masai            KEN    2:09:49
Joshua Kipkorir         KEN    2:09:50
Stanley Koech          KEN   2:10:58
Elkanah Kibet           USA   2:11:31
Marius Ionescu         ROM  2:13:00
Jose Moreira             POR   2:13:37
Kenta Iinuma           JAP     2:13:43
Xolisa Tyali               RSA    2:14:26

Frauen:

Jessica Augusto        POR    2:24:25
Adriana da Silva       BRA    2:29:17
Megertu Ifa              ETH    2:29:45
Mona Stockhecke      GER    2:31:30
Magdalena Shauri     TAN    2:34:51
Marisa Casanueva     ESP    2:34:57
Paula Todoran           ROM    2:36:44
Manuela Soccol         BEL    2:37:09
Ourania Rembouli      GRE    2:39:52
Viola Kibiwot             KEN    Debüt
Valdilene Dos Santos  BRA    Debüt

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Foto: Haspa Marathon Hamburg / Malte Christians